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21.10.11

Verbraucherschutz

Neues Internet-Portal warnt vor Gammelfleisch

Da viele gesundheitsgefährdende und ekelige Nahrungsmittel auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind, wurde am Freitag die Internetseite "lebensmittelwarnung.de" gestartet. Der Verbraucher kann die Nachrichten auch per Twitter erhalten.

© dapd/DAPD
Verbraucherschutzministerium startet Portal fuer Lebensmittelwarnungen
"Verbraucher werden noch effektiver informiert und gewarnt", sagt Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU)

Gefährliche Bakterien im Käse, überlagertes Hackfleisch oder auch Dioxin in Hühnereiern – immer wieder schrecken Meldungen über verdorbene oder belastete Lebensmittel die Verbraucher auf. Jetzt können sie sich online informieren, wie groß die Gesundheitsgefahr tatsächlich ist und welche Chargen im Detail betroffen sind: Lebensmittelwarnung.de heißt das neue Internet-Portal, das Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag freigeschaltet hat.

Bislang hat sich jedes Bundesland um die Veröffentlichung von Rückrufen und Verzehrwarnungen selbst gekümmert. So mussten sich die Verbraucher im schlimmsten Fall durch 16 Internetseiten klicken, um an umfassende Informationen zu kommen. Jetzt laufen erstmals alle Informationen der Länder und des Bundes zusammen und werden auf einer gemeinsamen Plattform ins Internet gestellt. Die Verbraucher werden nun "noch effektiver informiert und gewarnt", sagte Aigner.

Warnung per Email

Verbraucher könnten sich auch per Email oder den Internetdienst Twitter über aktuelle Warnungen informieren lassen, sagte Helmut Tschiersky-Schöneburg, der Präsident des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Es besteht zudem die Möglichkeit, nur Meldungen aus einzelnen Bundesländern zu beziehen. Von den Landesbehörden werden im Durchschnitt insgesamt zwei bis fünf Lebensmittelwarnungen im Monat herausgegeben. Aktuell wird vor dem Verzehr einer "Frischen Schinken-Zwiebelmettwurst" gewarnt, bei der mikrobielle Verunreinigungen festgestellt worden waren.

Insgesamt führt das neue Portal 24 gesundheitsgefährdende Produkte auf. Die älteste Warnung stammt aus dem Jahr 2010 und bezog sich auf einen Linseneintopf, in dem Glasreste entdeckt worden waren. Die Warnung ist noch immer aktuell, da die Konserve bis 31. Dezember 2011 haltbar ist und möglicherweise vereinzelt noch in einem Regal stehen könnte. Die Verunreinigung mit Glassplittern ist einer der häufigsten Gründe, vor dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels zu warnen. Aber auch Salmonellen, Schimmelpilzgifte oder erhöhte Werte von Vitaminen haben die Behörden veranlasst, eine Warnung herauszugeben. Die betroffenen Produkte reichen von Wurst und Gemüse bis zu Babykost und Mineralwasser.

Kritik von Foodwatch

Anne Markwardt von der Verbraucherorganisation Foodwatch dagegen kritisierte die Internetseite als "Augenwischerei" und forderte eine gesetzliche Informationspflicht der Länder: "Es ist absurd, dass weiterhin manche Bundesländer vor Produkten warnen, während andere Länder dieselben Informationen zurückhalten." Im Herbst vergangenen Jahres hatten die Länder auf ihrer Verbraucherschutzministerkonferenz das Portal beschlossen. Die Aufregung um Dioxin in Futtermitteln, Gammelfleisch und den EHEC-Erreger hatte die Umsetzung des Vorhabens noch einmal beschleunigt.

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