Milliardenverlust
Opfer von Betrüger Madoff bekommen Entschädigung
Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte bekommen nun die ersten Opfer des verurteilten Milliardenbetrügers Bernard Madoff Geld zurück. Groß ist die Summe angesichts der immensen Schäden aber nicht: Die erste Auszahlung belaufe sich auf insgesamt 312 Millionen Dollar.
Versteigert: die Reichtümer von Bernard Madoff. Der Steinway-Flügel des Finanzbetrügers wechselte Ende 2010 für 42.000 Dollar den Besitzer.
Die ersten Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff werden entschädigt. Der Insolvenzverwalter Irving Picard teilte am Dienstag mit, er werde am Mittwoch die ersten Auszahlungen an Geschädigte vornehmen. Es handle sich um "die erste Rückgabe gestohlener Gelder an von Madoff geprellte Kunden". Bedeutende Summen, die derzeit wegen laufender Berufungsverfahren noch nicht ausgezahlt werden könnten, würden an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben, fügte Picard hinzu. Viele Kunden von Madoff seien dringend auf das Geld angewiesen.
Die US-Justiz hatte im Juli eine erste Summe von 272 Millionen Dollar (rund 204 Millionen Euro) für Entschädigungszahlungen freigegeben. Da der Insolvenzverwalter inzwischen weitere Streitfälle beilegen konnte, stehen inzwischen 312 Millionen Dollar für die Entschädigung von rund 1230 Kontoinhabern zur Verfügung. Picard hat bislang 8,7 Milliarden Dollar aus Madoffs Vermögen und von Investoren sichergestellt, die vom Milliardenbetrug profitiert hatten. Das ist die Hälfte von rund 17,3 Milliarden Dollar, die Madoff-Opfer von Picard zurückfordern.
Picard kämpft für Entschädigungen der Madoff-Opfer. Er wirft Banken vor, bewusst weggeschaut zu haben, um am Madoff-Schwindel über Gebühren zu verdienen. Deshalb hat der Anwalt eine ganze Reihe von Instituten und andere Beteiligten verklagt und bereits einträgliche Vergleiche geschlossen. Das Geld wird an die Opfer verteilt.
Alleine von Madoffs Hausbank JPMorgan Chase verlangt Picard 19 Milliarden Dollar an Schadenersatz. Der Vorwurf: JPMorgan Chase habe das Schneeballsystem von Madoff erst möglich gemacht. Die Bank hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Madoff war im Dezember 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. Die Anleger verlangten ihr Geld zurück. Im Jahr 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählen Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.
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