Preissteigerungswelle
Lidl und Rewe heben Zuckerpreise ebenfalls an
Nachdem Aldi Süd seinen Preis für Raffinade vergangene Woche deutlich angehoben hat, ziehen andere Lebensmittelhändler wie Lidl und Rewe nun nach.
Im deutschen Lebensmittelhandel rollt eine Preissteigerungswelle bei Zucker. Nachdem der führende Discounter Aldi Süd den Preis für das Kilogrammpäckchen in der vergangenen Woche ruckartig um fast ein Drittel von 65 auf 85 Cent erhöht hat, drehen auch andere große Lebensmittelhändler kräftig an der Preisschraube. Aldi Süd selbst gab zu der Zuckerpreiserhöhung, von der Branchenbeobachter übereinstimmend berichtet hatten, bislang keine Stellungnahme ab. Damit setzt sich der Trend steigender Lebensmittelpreise fort.
"Wir verhalten uns marktkonform. Wir erhöhen auch den Zuckerpreis entsprechend", sagte ein Sprecher von Lidl. Die Rewe-Gruppe hebt den Zuckerpreis bei ihrer Eigenmarke "Ja" ebenfalls von 65 auf 85 Cent je Kilogrammpäckchen an. Auch bei der Discounttochter Penny werde Zucker teurer, hieß es bei der Rewe.
Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka hielt sich zur Frage des Zuckerpreises zunächst noch bedeckt. "Wir sind in der Prüfung. Wir prüfen, ob wir die Preisentwicklung entsprechend umsetzen", sagte ein Edeka-Sprecher. Branchenexperten gehen aber davon aus, dass Edeka nachziehen wird. An Aldi-Preisen orientieren sich erfahrungsgemäß die großen Supermarktketten in ihrer untersten Preislage mit Eigenmarken.
Der bisher niedrige Zuckerpreis im deutschen Einzelhandel ging auf einen Preiskampf der Discounter vor zwei Jahren zurück. Damals fiel der Preis für das Ein-Kilogramm-Päckchen von 85 auf 69 Cent, wie aus Daten des Handelsinformationsdienstes Planet Retail hervorgeht. Vor einem Jahr ging Aldi auf 65 Cent herunter – das niedrigste Preisniveau für Zucker seit mehr als zehn Jahren in Deutschland.
Auch im Vergleich mit dem Ausland war der Zucker günstig. Das bekamen vor Monaten Supermärkte in der deutsch-polnischen Grenzregion mit einer hohen Nachfrage zu spüren, wie Unternehmen schilderten.
Der EU-Zuckermarkt ist stark reguliert. Nur 85 Prozent des in der EU benötigten Zuckers dürfen aus dortiger Produktion stammen, der Rest muss aus Drittstaaten importiert werden. Rohstoffexperten wiesen schon vor Monaten darauf hin, dass der Weltmarktpreis unter anderem wegen schlechter Ernten nach oben geschossen ist.
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