Privathochschule
Strafanzeige gegen EBS-Führungsriege erstattet
Die Führungsquerelen bei der Privathochschule EBS eskalieren. Vier mutmaßliche Urheber einer Intrige gegen den Ex-Präsidenten werden nun angeklagt.
Die Führungsquerelen der Privathochschule EBS mit Sitz in Wiesbaden und Oestrich-Winkel erreichen eine neue Eskalationsstufe. Nach Informationen der Zeitung "Morgenpost Online" liegt der Staatsanwaltschaft Wiesbaden seit Freitag eine Strafanzeige gegen vier mutmaßliche Urheber einer Intrige gegen den früheren Hochschulpräsidenten Christopher Jahns vor.
Jahns war im April fristlos gekündigt worden, nachdem gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue ermittelt und ein Haftbefehl erwirkt wurde. Er hat die Vorwürfe von Anfang an bestritten und von einer Intrige gegen seine Person gesprochen.
Die nun von einem Kölner Rechtsanwalt erstattete Strafanzeige richtet sich nach Informationen der Zeitung aus Anwaltskreisen gegen den EBS-Professor und Prodekan Richard Pibernik, den früheren kaufmännischen Leiter des SMI-Instituts, Michael Hensen, den einstigen EBS-Berater Hagen Ringshausen sowie eine noch nicht namentlich benannte vierte Person.
Gegen sie wird der Verdacht des Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen sowie einer falschen Verdächtigung ins Feld geführt. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden konnte den Eingang der Strafanzeige am Freitagnachmittag zunächst nicht bestätigen.
Die Untreuevorwürfe gegen Jahns konzentrieren sich auf vier angebliche Scheinrechnungen der Beratungsfirma BrainNet, an der er selbst beteiligt ist. Die Papiere kamen im Januar 2011 an die Öffentlichkeit. Inzwischen gibt es allerdings Zweifel an den Vorwürfen gegen Jahns. Es liegen verschiedene Dokumente vor, die nahelegen, dass diesen Rechnungen sehr wohl tatsächliche Leistungen zugrunde lagen.
Gleichzeitig kursieren Vorwürfe gegen Pibernik und Hensen, sie seien für die Weitergabe der internen Rechnungsunterlagen verantwortlich gewesen. Mehrere Zeugen werfen Pibernik zudem vor, eine angebliche Morddrohung Jahns’ gegen ihn frei erfunden zu haben. Der "Morgenpost Online" liegen hierzu mehrere eidesstattliche Versicherungen vor.
Pibernik, Hensen und Ringshausen wollten sich gegenüber der Zeitung zu den Vorwürfen nicht äußern. Alle drei verwiesen auf das laufende Ermittlungsverfahren gegen Jahns, in dem sie Zeugen seien.
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