Lebensmittel
Spekulanten treiben Preise für Getreide hoch
Experten rechnen weltweit mit weiter stark schwankenden Lebensmittelpreisen. Auch die Politik könne Spekulanten nicht aufhalten.
Die starken Preisschwankungen bei Nahrungsmitteln können nach Expertenmeinung durch die Politik zwar abgemildert, aber nicht völlig verhindert werden.
"Keine Regierung kann sich heutzutage sicher sein, dass der Weltmarkt künftig zu jedem Zeitpunkt ein ausreichendes Angebot an Nahrungsmitteln zu bezahlbaren Preisen für ihre Bevölkerung bereitstellt", schreibt der Ökonom Frederic Mousseau in einem Beitrag für das Frankfurter Magazin " Welt-Sichten".
Seit 2007 steigen die Nahrungsmittelpreise nach seinen Worten immer weiter an. Nach Weltbank-Angaben habe sich Mais in diesem Juli im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent verteuert und Weizen um 50 Prozent, betonte Mousseau, der am kalifornischen Oakland-Institut zu Ernährungsfragen forscht.
Als Ursachen nennt er sinkende Lebensmittelvorräte aufgrund von klimabedingten Missernten und rückläufige Agrarinvestitionen. Aber auch die Produktion von Biosprit und die Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen trieben die Preise in die Höhe.
Mousseau fordert die EU und die USA auf, die Erzeugung von Agro-Treibstoffen nicht länger zu fördern. Zudem müsse die Spekulation auf den Finanzmärkten beschränkt werden. Der Wissenschaftler empfiehlt eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion, auch mit internationaler Hilfe für Entwicklungsländer.
Zugleich räumt Mousseau ein, dass die Industrieländer als Hauptexporteure von Getreide von hohen Preisen am meisten profitieren.
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