Griechenlandhilfe
Banken hätten größeren Schuldenschnitt akzeptiert
Deutsche Finanzinstitute wären zu einem weitaus höheren Schuldenerlass bereit gewesen, wenn die Franzosen mitgemacht hätten.
Die Deutschen Banken und Versicherungen wären zu einem weitaus höheren Schuldenerlass für Griechenland bereit gewesen. Während der Versicherungskonzern Allianz und die Commerzbank im Vorfeld zum Gipfel am Donnerstag 30 Prozent vorgeschlagen hatten, wäre die Deutsche Bank nach Informationen der "Morgenpost Online" aus Finanzkreisen mit einem Abschlag von 50 Prozent auf ihre Griechenland-Anleihen einverstanden gewesen. Dazu habe es einen Konsens im Vorstand gegeben, erfuhr die Zeitung.
Ein Schuldenschnitt von 50 Prozent hätte die Bank rund 300 Millionen Euro gekostet. Bei einem Schuldenschnitt von lediglich 21 Prozent, wie ihn die Regierungschefs der Euroländer am Donnerstag vereinbart haben, erzielt die Bank voraussichtlich sogar einen kleinen Gewinn. Sie hatte zuvor die Papiere stark im Wert berichtigt. Ein Sprecher der Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.
Dass sich die Staats- und Regierungschefs am Ende nur auf 21 Prozent Schuldenerlass geeinigt haben, lag unter anderem am Widerstand der französischen Banken sowie am Aufwand für die Rekapitalisierung griechischer Kreditinstitute und Pensionsfonds, die Staatsanleihen ihrer Regierung in Milliardenhöhe in den Bilanzen stehen haben. Die Regierungschefs wollten nicht mehr als 20 Milliarden Euro dafür bereit stellen, um einen Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems zu verhindern.
Den Informationen der "Morgenpost Online" stand bis Mittwochmittwoch lediglich ein Abschlag von 15 Prozent im Raum. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe daraufhin im Alleingang den Staatssekretären der Euroländer 20 Prozent angeboten, was ihm den Ärger der französischen Banken einbrachte. Am Donnerstag setzte sich dann der französische Präsident Nicolas Sarkozy dafür ein, den Zinssatz auf griechische Staatsanleihen zu verringern, was den Abschlag auf den Gegenwartswert der Anleihen um noch einmal einen Prozentpunkt erhöht hat.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Hans-Werner Sinn: Der Austritt Griechenlands wäre das "kleinere Übel"
- Hans-Werner Sinn: Ein Austritt Griechenlands wäre das "kleinere Übel"
- Angela Merkel: Deutsche Steuerzahler müssen für Athen zahlen
- Wirtschaftsschwäche: Nun muss auch Frankreich Schuldenkrise fürchten
- EU-Hilfspaket: Neue Milliarden lösen Griechenlands Probleme nicht
- Deka-Bank-Volkswirt: Schuldenkrise kann noch andere EU-Länder erfassen
-
00:00Verkehrssünder: Flensburger Punktedatei soll weiter verschärft...
-
26.05.2012Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
26.05.2012Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune
- 4. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 5. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler














