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07.07.11

Hochschulfinanzierung

Studiengebühren waren schon bei Einführung ein Flop

Eine Langzeitstudie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Studiengebühren hätten in Deutschland ein Erfolg werden können. Doch Politik und Unis haben schwere Fehler gemacht.

Infografik WELT ONLINE

41 Prozent der Studierenden erwarten allerdings, dass sich die Studienbedingungen in den nächsten Jahren verschlechtern werden.

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Wegen Fehlern bei der Einführung waren die Studiengebühren nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Vor allem die überhastete Implementierung und verfehlte Investitionen macht der Leiter der Studie, Markus Voeth, für die mangelnde Akzeptanz der Gebühren verantwortlich. "Die Zufriedenheit mit der Verwendung der Gebühren und damit die Akzeptanz von Studiengebühren hätte auf einem ganz anderen Niveau starten können, wenn die Hochschulen Zeit gehabt hätten, die Studiengebühren in Ruhe einzuführen und die Studierenden richtig einzubinden", sagte Voeth.

Die Langzeitstudie "Gebührenkompass" stützt sich auf Umfragen, die der Lehrstuhl für Marketing der Universität seit Einführung der Studiengebühren bundesweit durchführte. Dabei wurde im Jahresrhythmus nach der Akzeptanz der Gebühren sowie der Zufriedenheit mit der Verwendung an allen betroffenen Universitäten gefragt. Insgesamt nahmen für den Gebührenkompass 2011 im Sommersemester diesen Jahres mehr als 10.000 Studierende von 48 Universitäten aus den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen an der Online-Befragung teil.

"Die Informationspolitik vieler Universitäten war dürftig und die Investitionen gingen an den Bedürfnissen vorbei", so Marketingforscher Voeth. "Aus den Umfragen wissen wir, dass viele Universitäten am Anfang vor allem stark in Bibliotheksausstattung, Hörsaalequipment etc. investierten." Auf der Wunschliste der Studenten ganz oben stünden aber Verbesserungen in der Lehre durch mehr Tutorien und kleinere Gruppen sowie der Wunsch nach maximaler Transparenz bei der Verwendung der Gebühren.

Von sieben Bundesländern, die Studiengebühren einführten, wollen nur noch Niedersachsen und Bayern daran festhalten. In Bayern kostet das Studium an einer Fachschule zwischen 100 und 500 Euro, an einer Universität zwischen 300 und 500 Euro pro Semester. Berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge schlagen ab 2011 mit bis zu 2000 Euro zu Buche. In Niedersachsen werden grundsätzlich 500 Euro pro Semester fällig. Langzeitstudenten zahlen ab 4 Semester über Regelstudienzeit 600 Euro. Höhere Überschreitungen kosten gestaffelt bis zu 800 Euro/Semester.

Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die bislang 500 Euro Gebühren verlangen, sowie Hamburg planen die Abschaffung zum Sommersemester 2012.

Deshalb, so Voeth, drohe dem Hochschulfinanzierungsinstrument Studiengebühren die Gefahr, abgeschafft zu werden, obwohl die Studierenden inzwischen vermehrt mit der Verwendung der Mittel zufrieden sind. Zumal die in Hamburg, NRW und Baden-Württemberg beschlossene Abschaffung die Ablehnung der Studierenden – auch anderer Bundesländer, vor allem in Niedersachsen und Bayern - nochmals verstärkt habe.

Quelle: dpa/mv
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