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01.07.11

Rückzug

Bauernpräsident will wieder selbst Landwirt sein

Der Bauernverband braucht bald einen neuen Chef: Gerd Sonnleitner will nicht mehr kandidieren, sondern sich mehr um seinen Hof kümmern.

© REUTERS
Hier geht's lang: Bauenpräsident Gerd Sonnleitner (hier mit Kanzlerin Angela Merkel) weiß, was er in Zukunft machen möchte
Hier geht's lang: Bauenpräsident Gerd Sonnleitner (hier mit Kanzlerin Angela Merkel) weiß, was er in Zukunft machen möchte

Der langjährige Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat seinen Rückzug angekündigt. Er werde im kommenden Jahr nicht erneut für die Spitze des Deutschen Bauernverbands und des Bayerischen Bauernverbands kandidieren, sagte der 62-Jährige beim Bauerntag in Koblenz. "Ich hab’s gern gemacht", sagte Sonnleitner, der sich künftig stärker dem eigenen Familienbetrieb widmen will.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dankte Sonnleitner für seinen jahrelangen Einsatz. Es sei "nicht selbstverständlich, sich für einen solchen Verband hinzustellen", sagte Aigner als Gastrednerin auf der Tagung in Koblenz.

Sonnleitner führt den Deutschen Bauernverband seit April 1997 und wurde zuletzt 2009 im Amt bestätigt. An der Spitze des Bayerischen Bauernverbandes steht der Landwirt aus Ruhstorf im Landkreis Passau sogar schon seit 1991. Im April 2011 war Sonnleitner zudem für zwei Jahre an die Spitze des europäischen Bauernverbands COPA gewählt worden, ein Amt das er von 2001 bis 2003 schon einmal inne gehabt hatte.

In den kommenden Monaten wolle er noch weiter "mit Feuer und Flamme" in seinen Funktionen aktiv sein, sagte Sonnleitner. Das stellte er beim Treffen der Landwirte auch gleich unter Beweis: Der Verband macht Front gegen einen enormen "Landfraß", den die Energiewende noch verschärfen könnte. "Jetzt muss es oberste Priorität sein, alle unsere Hektare in der Produktion zu halten", forderte Sonnleitner.

Für jeden Quadratmeter, der zubetoniert werde, müsse an anderer Stelle einer entsiegelt werden. Schon bisher würden in Deutschland am Tag etwa 100 Hektar Agrarfläche überbaut. Die Branche befürchtet, dass etwa durch neue Stromtrassen und mehr Biomasseproduktion Flächen für Lebensmittel und Tierhaltung verloren gehen. Als Marktergänzung werde Bioenergie aber gebraucht.

Quelle: dpa/cat
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