Gaspreise
Keine Preiserhöhung für Berliner Gasag-Kunden
Mit einem Preisanstieg von bis zu 18 Prozent müssen Verbraucher beim Gas rechnen. Die Teuerung begründen die Anbieter mit höheren Beschaffungskosten. Berliner Gasag-Kunden bleiben verschont - zunächst.
Deutschlands Gasversorger starten die nächste Preisrunde. Die Vergleichsportale Check24 und Toptarif haben deutschlandweit 66 beziehungsweise 72 Gasanbieter ausgemacht, die ihre Preise im Juli und August erhöhen werden. Berliner Verbraucher bleiben offenbar erst einmal verschont. Die Gasag hatte im vergangenen Herbst bereits im zweistelligen Prozentbereich erhöht und so den Startschuss für steigende Gaspreise gegeben. In diesem Jahr hat sie bislang stillgehalten. Weil die Frist zur Ankündigung von Preiserhöhungen zu Juli und August nun abgelaufen ist, können Gasag-Kunden bis Herbst mit gleichbleibenden Preisen rechnen.
Daniel Dodt, Energie-Experte bei Toptarif, hat gerechnet: Eine vierköpfige Familie, die im Jahr 20.000 Kilowattstunden Gas verbraucht, muss sich auf Mehrkosten von durchschnittlich 133 Euro, in der Spitze bis zu 275 Euro, einstellen. In München, Nürnberg und Gelsenkirchen wird der Brennstoff bereits zum Juli zwischen 8,1 und 13,7 Prozent teurer. Im August ziehen weitere Anbieter nach.
Laut Toptarif verteuern sich die Preise bei 29 Grundversorgern im zweistelligen Prozentbereich – bis zu 18 Prozent Aufschlag müssen Kunden wegstecken. Nur vereinzelt melden Anbieter Preisnachlässe, die dann mit 0,8 beziehungsweise 6,3 Prozent im Kleinbereich spielen.
Die anstehende Teuerung begründen Versorger mit spürbar höheren Beschaffungskosten, die unter anderem aus dem Anstieg der Ölpreise resultierten. Auch 2010 war das ein Argument der Unternehmen. Die Gasag wies damals ihre Kunden in einem Rundschreiben darauf hin, dass sie Erhöhungen nur in dem Umfang weitergebe, wie es der Markt verlange. Zudem habe das Unternehmen 2009 viermal die Preise um bis zu 27 Prozent gesenkt.
Viele Stadtwerke kaufen einen Großteil ihres Gases über langfristige Lieferverträge, in denen meist noch der Gas- an den Ölpreis gekoppelt ist. Der Gas- folgt dem Ölpreis dabei im Abstand von sechs Monaten. "Angesichts des anhaltenden Hochs bei den Ölpreisen müssen Verbraucher auch in den kommenden Monaten und gerade zu Beginn der Heizperiode im Oktober mit weiteren Preiserhöhungen rechnen", sagt Dodt von Toptarif.
Steigenden Gaskosten können Verbraucher meist durch den Wechsel zu einem anderen Anbieter entgehen. Nach Angaben der beiden Verbraucherportale kann ein vierköpfiger Haushalt bis zu 350 Euro im Jahr sparen – auch ohne sich auf Vorauskasse oder etwa eine Kaution einzulassen.
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