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18.05.11

Energie

So wechseln Sie stressfrei den Stromanbieter

Wechseln ist nicht schwierig - Verbraucher können sich ganz einfach einen neuen Versorger suchen. Beim Wechsel sollte man einige Tipps beachten.

© AP
Der Billigstromanbieter Teldafax ist in finanziellen Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen kann offenbnar seit Monaten seine Rechnungen für die Benutzung des Stromnetzes von Vattenfall nicht mehr begleichen. 30.000 Berliner Stromkunden müssen deshalb zwangsweise zu Vattenfall Europe wechseln. Anlass für viele Kunden, den Anbieter jetzt zu wechseln. Bei der Suche nach einem neuen Anbieter sollten Verbraucher einige Hinweise beachten.

Strom- oder gasanbieter wechseln? Inzwischen einfach. Bei der Suche nach einem neuen Anbieter sollten Verbraucher einige Hinweise beachten. Da nur wenige große Versorger den Markt beherrschen, sind die Preisunterschiede eher gering. Allerdings: Rabatte von bis zu 120 Euro beim Neuabschluss eines Vertrages können den Wechsel zu einem anderen Stromanbieter trotzdem attraktiv machen.

Den Anschluss zu wechseln, ist unproblematisch. Man informiert den Wunschanbieter mit, dass man künftig von ihm den Strom beziehen möchte, man teilt ihm Zählerstand und Kundennummer mit – alles Weitere klärt er.

Der neue Anbieter kündigt den Vertrag beim bisherigen Stromlieferanten, er informiert den lokalen Netzbetreiber. So weit, so einfach – doch bevor der Verbraucher den Stromanschluss kündigt, sollte er sich Klarheit verschaffen: Wie ist die Kündigungsfrist des aktuellen Vertrages? Sonderkündigungsrechte ergeben sich oftmals nach einer Preiserhöhung. Das sollte man nutzen. Welches ist der neue, günstigere Anbieter? Liefert er überhaupt in meine Region? Welchen Vorteil habe ich von einem neuen Stromanbieter im Vergleich zum bestehenden Vertrag?

Auf der alten Stromrechnung kann man sehen, wie viel man derzeit verbraucht und bezahlt. Die Rechnung besteht aus zwei Komponenten: einem Grundtarif und dem Arbeitspreis, d.h. den Kosten pro Kilowattstunde. Als Anhaltspunkt kann man auch grob den Durchschnittsverbrauch deutscher Haushalte nehmen.

Ein Ein-Personen-Haushalt verbraucht rund 1600 Kilowattstunden im Jahr, ein Vier-Personen-Haushalt 4500 bis 5000 Kilowattstunden. Mit einem Strompreisrechner, wie ihn Portale wie toptarif.de oder verivox.de kostenlos anbieten, kann man prüfen, ob man noch günstig beliefert wird, ob sich ein Wechsel lohnt. Der Rechner ermittelt auch, welche Stromanbieter es in der Region gibt.

Nach der Atomkatatstrophe in Japan wollen immer mehr Kunden zu einem sogenannten Ökostrom-Anbieter wechseln. Versorger, die ihren Strom aus alternativen Energiequellen beziehen, sind u.a. Genossenschaft Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Die Preise, die Stromkunden für die grünen Tarife bezahlen, sind unterschiedlich. Häufig liegen die Angebote sogar unter den klassischen Tarifen des Grundversorgers. Oder es werden einige Cent aufgeschlagen, die direkt in neue Anlagen zur alternativen Stromerzeugung fließen sollen.

Vorsicht vor Vorkassen-Zahlungen

Ob Ökostrom oder konventioneller Anbieter: Generell gilt: Einfamilien-Haushalte profitieren von niedrigen Grundgebühren, Mehrpersonen¬-Haushalte vom günstigen Preis pro Kilowattstunde. Beim Wechsel des Stromanschlusses sollte man auf eine möglichst kurze Vertragslaufzeit von zunächst einem Jahr achten, man sollte keine Vorauskasse vereinbaren, da man im Falle einer Insolvenz des Anbieters dann meist sein Geld nicht mehr zurückbekommt. Und nicht vergessen: Kunden und man sollte wie bei jedem Vertrag das Kleingedruckte lesen!

Hat man sich für einen neuen Stromanbieter entschieden, dann fordert man einen Vertrag bei ihm an. Das geschieht in der Regel online. Man kann auch das Formular ausdrucken und von Hand ausfüllen, was manche Anbieter verlangen. Man trägt die Daten der letzten Stromrechnung, des aktuellen Versorgungsvertrages und den aktuellen Zählerstand ein. Dann schickt man das Formular ab – online oder per Post.

Die Ummeldung, also die Kündigung des alten Vertrages und die Details des Wechsels, übernimmt der neue Stromlieferant. Mit ihm sollte man einen festen Termin des Lieferbeginns vereinbaren. Üblich sind sechs bis acht Wochen. Zu Problemen kann es dabei kommen, wenn unterschiedliche Zählerstände übermittelt werden, wenn die Kundennummer oder der Jahresverbrauch nicht stimmen. Deshalb gilt: Bei diesen Daten besonders auf die Exaktheit der Angaben besonders achten. Kurz vor der Umstellung meldet sich der alte Anbieter und fragt nach dem Zählerstand für die Endabrechnung. Man gibt den Zählerstand zum Wechseltermin auf der Webseite des neuen Anbieters ein oder sendet ihn schriftlich weiter. Bei Problemen helfen auch die Verbraucherzentralen weiter.

Quelle: BMO
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