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06.05.11

Arbeitsklima

Was Arbeitnehmer an ihrem Chef besonders nervt

Die Deutschen hassen Entscheidungsschwäche, die Franzosen schlechte Manieren. Einer Umfrage zufolge sind die Ansprüche an den Vorgesetzten so verschieden wie die Völker.

© picture alliance / dpa Themendie/dpa Themendienst
Arbeitnehmer

Mangelnde Entscheidungsfreude ihrer Chefs treibt die deutschen Arbeitnehmer auf die Palme. 41 Prozent finden dieses Verhalten völlig inakzeptabel. Das hat eine repräsentative Studie des Personaldienstleisters Rundstedt in Düsseldorf ergeben. Demnach ärgern sich 41 Prozent der Befragten darüber, wenn der Chef unfähig ist, Entscheidungen zu treffen. Befragt wurden 6800 Arbeitnehmer in elf Ländern, davon 529 in Deutschland.

Am zweithäufigsten kritisieren deutsche Arbeitnehmer es, wenn der Chef dauernd seine Meinung ändert – das bemängeln 40 Prozent der Befragten. Ähnlich stark stört es Mitarbeiter, wenn der Vorgesetzte nicht in der Lage ist, Teamarbeit zu organisieren, kein Taktgefühl hat und Untergebene nie für ihre Arbeit lobt (jeweils 39 Prozent).

Im internationalen Vergleich ergeben sich deutliche Unterschiede in der Bewertung der Bosse: So stört es zum Beispiel mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Arbeitnehmer in Frankreich, wenn der Chef nicht grüßt – in Deutschland sagt das nur ein Drittel (32 Prozent), in den USA sogar nur jeder Fünfte (19 Prozent). Und in Russland ärgert sich fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent), wenn der Chef seine Gefühle nicht im Griff hat. Hierzulande kritisiert das ebenfalls nur ein Drittel (34 Prozent)

Häufiger Meinungswechsel stößt sowohl den Franzosen, als auch den Belgiern, sauer auf (60 und 54 Prozent). Die Italiener hingegen nehmen es gelassener (33 Prozent).

Was am Chef nervt, ist also weitgehend länderspezifisch. Global dagegen gilt, dass Führungskräfte im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise insgesamt kritischer beäugt und beurteilt werden. Eine glatte Eins erhielten, im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007, nur noch 21 Prozent der direkten Vorgesetzten (2007: 31%). Auch die Deutschen zeigen sich kritischer: Waren es 2007 noch rund 28 Prozent der Arbeitnehmer, die ihrem Vorgesetzten die Bestnote gaben, bewerten ihn jetzt nur noch 17 Prozent mit "sehr gut". Neben Deutschland, sank die Meinung auch in den USA und in Polen (beide minus 20 Prozent) sowie in England (minus 15 Prozent) besonders stark ab.

Ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist zudem die Größe des Unternehmens. Je größer die Firma, desto mehr schlechte und weniger gute Bewertungen werden abgegeben.

Quelle: dpa/mv
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