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03.05.11

VW-Konzernchef

Winterkorn will Scania und MAN als Marken erhalten

Die geplante Allianz zwischen den Lkw-Herstellern Scania und MAN treibt VW-Aktionäre um. Doch der Chef will die Marken nicht antasten.

dpa

Peter Löscher, Siemens: 8,982 Millionen Euro.

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Bei einer Allianz von Scania und MAN will Hauptaktionär Volkswagen die beiden Lkw-Marken erhalten. "Alle Geschäftsfelder und die markenspezifischen Eigenschaften von Scania und MAN sind und bleiben unantastbar", betonte Konzernchef Martin Winterkorn auf der Hauptversammlung von Europas größtem Autobauer in Hamburg. Dies sei Kern der Mehrmarkenstrategie des Wolfsburger Konzerns und ein "Fundament für den Erfolg".

Scania und MAN sprechen seit Monaten über eine engere Zusammenarbeit bei Entwicklung, Einkauf und Produktion. Gleichzeitig strebt VW an, die beiden selbstbewussten Unternehmen unter dem eigenen Konzerndach zusammenzuführen. Finanzkreise rechnen damit, dass Scania MAN übernimmt. An der Börse wird aber auch für möglich gehalten, dass VW selbst seinen Anteil an dem Münchener Lkw-Konzern aufstockt. Vor den VW-Aktionären sagte Winterkorn lediglich, bei den Gesprächen zwischen Scania und MAN habe sich gezeigt, dass eine Allianz "auch Auswirkungen auf die Beteiligungsstruktur" haben könne.

VW hält knapp 30 Prozent an MAN und verfügt über 71 Prozent der Stimmrechte an Scania. Auf Druck von VW hatten die beiden Lkw-Bauer Gespräche über eine technische Zusammenarbeit aufgenommen, waren damit aber nicht so schnell vorangekommen, wie vom mächtigen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech verlangt.

Vor allem bei MAN waren in den vergangenen Wochen Befürchtungen laut geworden, der Konzern könne bei einem Zusammengehen mit Scania an Selbstständigkeit einbüßen. Mit der Zusage, dass beide Unternehmen nicht wesentlich verändert werden sollen, hofft Volkswagen mögliche Widerstände aufweichen zu können. "Wir sehen in einer Partnerschaft auf Augenhöhe große Chancen", sagte Winterkorn.

Auch die Zusammenarbeit mit dem japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten Suzuki kommt langsamer in Fahrt als von Volkswagen erhofft. Gleichwohl hätten sich "eine ganze Reihe interessanter Kooperationsmöglichkeiten" ergeben, beispielsweise im Einkauf, sagte Winterkorn vor den Aktionären. Auch bei alternativen Antrieben wolle VW mit den Japanern zusammenarbeiten.

Konkrete Projekte würden derzeit mit Suzuki diskutiert. Ähnlich hatte sich der VW-Chef allerdings bereits bei der Bilanzpräsentation Anfang März geäußert. VW hält knapp 20 Prozent an Suzuki. Winterkorn bekräftigte, dass Volkswagen trotz aller konjunkturellen Unwägbarkeiten in diesem Jahr an seinen Geschäftszielen festhalte.

"Wir gehen davon aus, dass unser Konzern noch mehr Fahrzeuge verkaufen wird, noch mehr Umsatz erzielen wird und ein noch höheres operatives Ergebnis einfahren wird als im Rekordjahr 2010", sagte der Konzernchef. Europas größter Autobauer war mit einem überraschenden Gewinnanstieg ins Jahr gestartet und kommt im Rennen um die Weltmarktspitze seinem angeschlagenen Rivalen Toyota immer näher.

Quelle: Reuters/cat
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