Autoindustrie
Volkswagen überrascht mit großem Gewinnsprung
Die Geschäfte beim Wolfsburger Konzern VW laufen glänzend. Der Quartalsgewinn legt auf 2,9 Milliarden Euro zu – 700 Millionen mehr als Analysten erwartet hatten.
So könnte er aussehen, der neue "Bulli". Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, hat auf dem Autosalon in Genf 2011 eine Studie vorgestellt.
Volkswagen hat mit einem überraschenden Gewinnsprung zu Jahresbeginn seine Rekordjagd fortgesetzt. Der Wolfsburger Autokonzern mit Marken wie VW, Audi, Skoda und Seat sowie maßgeblichen Beteiligungen an den beiden Lkw-Konzernen Scania und MAN steigerte den operativen Gewinn von Januar bis März binnen Jahresfrist um über zwei auf 2,9 Milliarden Euro.
Analysten hatten Europas größtem Autobauer im Schnitt 700 Millionen Euro weniger zugetraut, allerdings lagen die Experten mit ihren Schätzungen zuletzt mehrfach daneben.
"Der Verlauf des ersten Quartals zeigt die Stärke und Robustheit des Volkswagen-Konzerns", erläuterte Vorstandschef Martin Winterkorn die Geschäftszahlen. Volkswagen sei im vergangenen Jahr auf die Überholspur gefahren. "Und genau dort wollen wir auch im laufenden Jahr bleiben", fügte er hinzu.
Der Konzernumsatz kletterte im Auftaktquartal um 31 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro und war damit ebenfalls deutlich höher als veranschlagt. Von Januar bis März lieferte der Konzern weltweit knapp zwei Millionen Fahrzeuge an die Kundschaft aus, 14 Prozent mehr als vor einem Jahr und so viele wie nie zuvor in diesem Zeitraum.
An der Börse kam die Geschäftsentwicklung von VW gut an. "Der Umsatz und das operative Ergebnis sind sehr stark und besser als erwartet - das sind schon ziemlich gute Zahlen", kommentierte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die VW-Aktie weitete ihren Kursgewinn aus und setzte sich mit einem Plus von 4,4 Prozent an die Spitze des Dax.
Seine Stärke bewies der Konzern auch bei den Barmitteln. Obwohl VW für den Kauf der Vertriebsgesellschaft Porsche Holding Salzburg und die Beteiligung an dem Carbonhersteller SGL insgesamt 3,5 Milliarden zahlte, stieg die Nettoliquidität auf 19,6 Milliarden Euro. Drei Monate zuvor war noch eine Milliarde weniger in den Kassen.
Trotz des rasanten Jahresauftakts präzisierte Winterkorn die Prognose zunächst nicht, wonach Auslieferungen, Umsatz und operativer Gewinn weiter zulegen sollen. Im vergangenen Jahr hatte VW den Jahresüberschuss dank der boomenden Nachfrage aus China und einer höheren Bewertung von Optionen auf Porsche-Aktien auf 7,2 Milliarden Euro verachtfacht.
Das war nach VW-Angaben das bislang beste Ergebnis. Wenn der Konzern weiter so wächst, könnte dieser Wert bereits im nächsten Jahr Geschichte sein. Dabei will sich Winterkorn auch durch die stark gestiegenen Rohstoffkosten und schwankenden Wechselkursen nicht vom Kurs abbringen lassen, den japanischen Rivalen Toyota spätestens 2018 vom Thron zu stoßen.
Analysten trauen VW sogar zu, dieses Ziel schneller zu erreichen. Einige Branchenexperten halten es für möglich, dass Volkswagen im laufenden Jahr die Absatzmarke von acht Millionen Einheiten knacken könnte. Dann könnten die Wolfsburger hinter General Motors zum zweitgrößten Automobilhersteller der Welt aufsteigen, während der bisherige Weltmarktführer Toyota wegen der Erdbebenkatastrophe in Japan mit gewaltigen Produktionsausfällen zu kämpfen hat.
VW ist nach eigener Darstellung nicht von Einschränkungen durch ausbleibende Teilelieferungen aus Japan betroffen; die Werke produzierten weiter mit hoher Auslastung, hieß es.
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