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10.04.11

Deutsche Bank

Der Nachfolger von Ackermann muss kein Banker sein

Deutsche-Bank-Chef Ackermann hält einen Nachfolger ohne langjährige Erfahrung im Bankengeschäft für denkbar: "Die richtige Persönlichkeit kann alles lernen."

Infografik WELT ONLINE, dpa

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Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank hat erstmals klargemacht, dass sein Nachfolger von außerhalb des Konzerns kommen kann und nicht einmal langjährige Erfahrung im Bankgeschäft haben muss. "Die Frage ist nicht: intern oder extern?", sagte Ackermann der "Morgenpost Online". "Die Frage ist, was der Chef der Bank leisten muss, und für dieses Anforderungsprofil müssen wir dann den bestmöglichen Kandidaten finden." Die fachliche Qualifikation ist dabei aus Ackermanns Sicht weniger entscheidend als die charakterliche: "Die richtige Persönlichkeit kann alles lernen. Persönlichkeit aber kann man nicht lernen."

Seit Monaten wird über die Nachfolge des Vorstandschefs spekuliert. Sein Vertrag läuft noch bis Mai 2013. Ackermann bekräftigte, die Bank spätestens zu diesem Zeitpunkt endgültig verlassen zu wollen: "Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern und auch nicht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechseln." Innerhalb des Bankführung geht man fest davon aus, dass Ackermann den früheren Bundesbank-Chef Axel Weber als seinen Nachfolger favorisiert.

Der Geldpolitilker hat den Schweizer unter anderem mit seinem entschlossenen und besonnenen Handeln in der Finanzkrise beeindruckt. Ackermann wollte sich gegenüber der Zeitung zu einem möglichen Kandidaten Weber nicht äußern, sagte aber: "Für mich ist wichtig, wer steht, wenn es kritisch wird. In Krisenzeiten zeigt sich die Persönlichkeit."

Im Vorstand gibt es allerdings breiten Widerstand gegen Weber. Die Spitzenmanager der Bank befürworten nach Informationen der Morgenpost Online fast geschlossen eine interne Besetzung des Chefpostens. Auch zahlreiche Aufsichtsräte auf der Kapital- wie auf der Arbeitnehmerseite sollen diese Variante bevorzugen und eine Berufung Webers ablehnen.

Der Kreis interner Kandidaten hat sich allerdings reduziert. Lediglich Risikovorstand Hugo Bänziger und Chef-Investmentbanker Anshu Jain haben noch ernsthafte Ambitionen auf den Vorstandsvorsitz. Privatkundenchef Rainer Neske und Finanzvorstand Stefan Krause haben ihren Hut hingegen nicht in den Ring geworfen, heißt es in Kreisen der Bankführung. Ackermann hat dies nach Informationen der "Morgenpost Online" bereits in einer Vorstandssitzung offen ausgesprochen.

Der Konzernchef führt die Deutsche Bank seit fast neun Jahren. In dieser Zeit hat der Finanzkonzern mehrfach neue Rekordgewinne erreicht, ist gemessen am Börsenwert jedoch im Vergleich zu den weltweit führenden Banken zurückgefallen. Investoren und Analysten kritisieren unter anderem die einseitige Abhängigkeit vom Investmentbanking, andererseits halten viele die Bank für zu komplex. Das bestätigt auch Finanzvorstand Stefan Krause. "Unsere Kosten sind immer noch zu hoch", sagte er Morgenpost Online. "Wir müssen mehr in Prozessen als in einzelnen Transaktionen denken und weiterhin die Komplexität reduzieren."

Lesen sie das Titelthema "Ackermann und dann?" in der Morgenpost Online.

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