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26.01.11

Computerwurm

Stuxnet könnte sich massenhaft vermehren

Das Stuxnet-Virus könnte mehr Schaden anrichten als bisher bekannt. Laut Innenministerium gibt es bereits Kopien der Sabotage-Software.

© dpa
Atomanlage Diamona: Berichten zufolge sollen Israel und die USA den Computerwurm Stuxnet hier getestet haben
Atomanlage Diamona: Berichten zufolge sollen Israel und die USA den Computerwurm Stuxnet hier getestet haben

Der Ärger mit dem Computerwurm Stuxnet fängt möglicherweise erst an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigte dem NDR-Fernsehen, dass es bereits erste Kopien des ausgeklügelten Schadprogramms gebe, das gezielt Industrieanlagen angreifen kann. Die Nachahmung von Stuxnet sei zwar kompliziert, "aber in bescheidenerem Umfang gibt es das bereits, deswegen müssen wir uns gegen solche Programme so gut wie nur irgendmöglich wappnen", sagte der Minister in der NDR-Reportage "Angriff aus dem Internet: Wie Online-Täter uns bedrohen", die das Erste heute ausstrahlt (23.15 Uhr).

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, antwortete dem NDR auf die Frage, ob Deutschland gegen Cyberangriffe gerüstet sei: "Ich sage ganz offen, bei einem Innentäter bekommen wir Probleme." Als Innentäter gelten Saboteure, die weitverzweigte Computer-Netzwerke von Regierungen, Militäreinrichtungen oder Unternehmen durch Einfügen von Viren direkt infizieren.

Stuxnet gilt als intelligentes Sabotage-Werkzeug, das das iranische Atomprogramm deutlich zurückgeworfen haben soll. Der Computerwurm attackierte nur Industrie-Steuerungsanlagen von Siemens, und zwar ausschließlich in einer Konfiguration, wie sie für Zentrifugen zur Anreicherung radioaktiven Materials typisch sei. Deswegen – und auch mit Blick auf den enormen Entwicklungsaufwand - werden westliche Geheimdienste dahinter vermutet. Die "New York Times" berichtete kürzlich, das Virus sei in Israel getestet worden.

Quelle: dpa/cat
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