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14.01.11

Staatsanwaltschaft

Bestatter verstreut illegal die Asche Verstorbener

Ein Gericht hat Deutschlands bekanntesten und größten Billigbestatter zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte die Asche zahlreicher Verstorbener illegal in der Schweiz verstreut.

© dpa
Das Krematorium eines Friedhofs

Der bekannteste Discountbestatter Deutschlands hat die Asche zahlreicher Verstorbener illegal in der Schweiz verstreut. Wie die Staatsanwaltschaft Oberland (Kanton Bern) Morgenpost Online mitteilte, hat das zuständige Untersuchungsrichteramt "einen deutschen Bestatter per Strafmandat zu einer bedingten Geldstrafe und einer Buße verurteilt". Die Geldstrafe ist auf Bewährung ausgesetzt. Es soll sich nach Informationen von Morgenpost Online bei dem Verurteilten um Patrick Schneider, Chef der Firma Aarau Bestattungen, handeln.

Das aus den Medien bekannte Unternehmen Aarau ist mit bundesweit mehr als 1000 Bestattungen im Jahr einer der größten Billiganbieter Deutschlands. Die Firma mit Sitz in Floh-Seligenthal (Thüringen) und Geschäftsschwerpunkt in Berlin und Brandenburg unterhält nach eigenen Angaben 31 Filialen im ganzen Bundesgebiet. Aarau hat in der Vergangenheit stets bestritten, illegale Feuerbestattungen in der Schweiz durchzuführen.

Nach Angaben der Schweizer Justiz hat der deutsche Unternehmer bei seinen Feuerbestattungen in der Schweiz in den Jahren 2009 und 2010 gegen mehrere Gesetze verstoßen, darunter das Waldgesetz und das Ausländergesetz. Aarau hat demnach nie eine Genehmigung für kommerzielle Bestattungen im Kanton Bern erhalten. Die Berner Staatsanwältin Barbara Baumgartner sagte Morgenpost Online: "Nach unseren Erkenntnissen waren alle Bestattungen, die der deutsche Bestatter im Kanton Bern ausgeführt hat, illegal. Er hatte keine Bewilligungen für die Ausstreuung von Aschen. Davon sind die Aschen Dutzender Verstorbener betroffen." Patrick Schneider hat gegen das Urteil Einspruch erhoben. Das Verfahren liegt nun beim Regionalgericht Oberland.

Das Urteil bestätigt Recherchen von Morgenpost Online aus dem vergangenen Jahr. Bereits im Oktober 2010 wurde über dubiose Methoden von Aarau berichtet und geschrieben, dass die Firma systematisch illegale Bestattungen in der Schweiz durchführte. Damals hatte Aarau die Vorwürfe schriftlich als "Anfeindungen gegen das Unternehmen" zurückgewiesen und mitgeteilt, die Schweizer Behörden hätten "wiederholt bestätigt, dass alle Anmeldungen vorliegen bzw. teilweise für die Art der Beisetzung nicht gebraucht wurden". Die Firma Aarau soll auch bei Geschäften in Deutschland mehrfach gegen Bestattungsgesetze verstoßen haben. So ließen sich mehrere Fälle in Berlin und Baden-Württemberg belegen, in denen Verstorbene eingeäschert wurden, ohne dass ein Mediziner zuvor die vorgeschriebene zweite Leichenschau durchgeführt hatte.

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