Konjunkturprognose
Bundesbank erwartet höhere Löhne im nächsten Jahr
Schon 2011, vor allem aber 2012 werden die Löhne kräftig klettern, prophezeit die Bundesbank. Auch das Wachstum steigt.
Arbeitnehmer in Deutschland können sich nach einer Prognose der Bundesbank auf höhere Löhne freuen. "Es zeichnet sich ab, dass die Löhne nach der durch Zurückhaltung geprägten Krisenzeit nun deutlich stärker steigen", sagte die Deutsche Bundesbank in ihrer in Frankfurt veröffentlichten Wirtschaftsprognose voraus.
Im Jahresdurchschnitt 2011 könne der Lohnzuwachs auf Monatsbasis mit 1,5 Prozent zwar noch ähnlich niedrig ausfallen wie im laufenden Jahr mit 1,6 Prozent. "Dies liegt daran, dass Verträge, die in der Krisenzeit abgeschlossen worden waren und noch bis in das Jahr 2011 hinein Gültigkeit behalten, oft Einmalzahlungen im Jahr 2010 vorgesehen hatten", schreiben die Experten. 2012 werden die Tarifentgelte dann aber nach der Prognose mit einem Plus von 2,2 Prozent stärker zunehmen.
Für das Wirtschaftswachstum hat die Bundesbank ihre Prognose kräftig angehoben. Angetrieben vom Export und gestützt von der anziehenden Binnennachfrage erwarten die Währungshüter einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,6 Prozent im laufenden und von 2,0 Prozent im kommenden Jahr, wie die Deutsche Bundesbank berichtete.
Damit hätte die deutsche Volkswirtschaft gegen Ende 2011 die Einbrüche aus der tiefen Rezession wettgemacht und wieder das Produktionsniveau vom ersten Quartal 2008 erreicht. Im Juni hatte die Notenbank noch ein Wachstum von 1,9 Prozent für 2010 und von 1,4 Prozent für 2011 vorhergesagt.
Verschuldung geht zurück
Die rasante Konjunkturerholung in Deutschland entlastet die öffentlichen Kassen nach Überzeugung der Bundesbank erheblich. Dennoch wird das Defizit in Deutschland von 3,0 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP)im vergangenen auf etwa 3,5 Prozent im laufenden Jahr ansteigen, sagte die Bundesbank in ihrer Wirtschaftsprognose voraus. Die Schuldenquote werde von dem bereits sehr hohen Niveau 2009 mit 73,4 Prozent voraussichtlich weiter sprunghaft auf deutlich über 80 Prozent steigen.
2011 könnte das Staatsdefizit nach den Berechnungen auf eine Größenordnung von 2,5 Prozent des BIP sinken – wenn die aktuellen Planungen umgesetzt werden. Im Juni waren die Bundesbanker noch von einer staatlichen Defizitquote von knapp 5 Prozent im laufenden Jahr und für 2011 von rund 4 Prozent ausgegangen.
Nach den Regeln der Europäischen Währungsunion darf die Neuverschuldung nicht über 3 Prozent liegen. Wegen der Krise wird diese Marke aber derzeit von nahezu allen Euroländern überschritten.
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