Lebenslange Garantie
Wettbewerbszentrale verklagt Opel wegen Werbung
Rückschlag für Opel: Der sanierte Autobauer hat eine Klage für seine Garantie-Werbung kassiert. Auch das Geschäft läuft nicht rund.
Die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs hat laut einem Bericht des "Focus" den Autobauer Opel verklagt. Hintergrund ist die Werbung des Unternehmens mit einer "lebenslangen Garantie", die aber auf eine Laufleistung von 160.000 Kilometern begrenzt ist. Schon ab 50.000 Kilometern muss der Käufer außerdem für Materialkosten zahlen.
"Wir halten das für eine klar irreführende Angabe", sagte ein Sprecher der Wettbewerbszentrale dem Magazin. Opel argumentiert laut "Focus", dass ein Privat-Pkw in Deutschland im Schnitt jährlich nur 11.000 Kilometer fährt. Die Garantie reiche also für etwa 15 Jahre und damit für "ein normales Autoleben". Die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg bei Frankfurt hatte Opel bereits im August abgemahnt. Die Klage war dann aber verschoben worden, weil beide Seiten zunächst nochmal ihre Rechtsauffassungen diskutieren wollten. Laut "Focus" ist die Klage nun beim Landgericht Darmstadt anhängig.
Während die Konzernmutter General Motors mit der erfolgreichen Rückkehr an die Börse Schlagzeilen macht, läuft bei der Tochter Opel auch das Geschäft rund. In diesem Jahr werde der Rüsselsheimer Autobauer tiefrote Zahlen schreiben, sagte Opel-Chef Nick Reilly der "Wirtschaftswoche". "In der Summe rechnen wir mit einem Minus von rund zwei Milliarden Dollar, das sind 1,4 Milliarden Euro", wird der Manager zitiert. In diesem Jahr würden Restrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis um ungefähr eine Milliarde Euro drücken, im nächsten Jahr dürften es noch einmal rund 500 Millionen Euro sein.
Allein die Schließung des GM-Werkes in Antwerpen werde mit rund 400 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Restrukturierung des Europageschäfts laufe jedoch plangemäß, und die Gewinnzone soll möglichst schnell wieder erreicht werden. "Sollten wir das schon 2011 schaffen, wäre das sehr positiv", sagte Reilly.
Die Konzernmutter GM hatte am Donnerstag die Rückkehr auf das Börsenparkett geschafft und dabei alle Rekorde gebrochen: Mit einem Gesamterlös von voraussichtlich mehr als 23 Milliarden Dollar war das Initial Public Offering (IPO) der größte Börsengang aller Zeiten. Dabei musste der Konzern einst mit staatlicher Milliardenhilfe vor dem Untergang gerettet werden und Zehntausende Arbeitsplätze streichen. US-Präsident Barack Obama lobte den Schritt aufs Börsenparkett als "Meilenstein" in der kurvenreichen Geschichte des Traditionskonzerns und als Erfolg für die gesamte amerikanische Autoindustrie.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Wachstumsstrategie: Opel will Chinesen Luxus-Autos schmackhaft machen
- Rekord-Börsengang: GM legt glänzende Rückkehr aufs Parkett hin
- Rekord: GM-Börsengang wird der größte der US-Geschichte
- Betrug: Opel-Mitarbeiter kassierten Hartz IV trotz Abfindung
- Autobauer: Opel-Chef Reilly konnte Verlust deutlich verringern
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune
- 4. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 5. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler














