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28.10.10

Brands4friends

Berliner Internet-Händler geht auf Shoppingtour

Brands4friends wächst seit der Gründung vor drei Jahren kräftig und ist heute Deutschlands größter Online-Einkaufsklub. Im kommenden Jahr soll eine Übernahme neuen Schub bringen.

© Brands4friends/Hans-Christian Pl
Brands4friends muss bald umziehen - um Platz für mehr Mitarbeiter zu haben
Brands4friends muss bald umziehen - um Platz für mehr Mitarbeiter zu haben

Bei den aktuellen Zahlen kann einem schwindelig werden. Seit drei Jahren gibt es die Berliner Internetfirma Brands4friends – bereits jetzt ist sie der größte Online-Einkaufsklub in Deutschland: mit 3,5 Millionen Kunden, bis zu 33.000 verkauften Artikeln pro Tag und einem Jahresumsatz, der 2010 im dreistelligen Millionenbereich landen wird. Für die nahe Zukunft haben Inhaber und Management von Brands4friends (auf Deutsch: "Marken für Freunde") eine klare Linie vorgegeben: noch mehr Wachstum.

"Die Größe ist in unserer Branche ein entscheidender Faktor", sagt Geschäftsführer Sergio Dias. "Als Nummer eins im Markt können wir die besten Produkte zu den besten Preisen anbieten." Das funktioniert so: Brands4friends verkauft Markenprodukte zu Preisen, die weit unter denen im klassischen Handel liegen. Zurzeit arbeitet das Unternehmen mit mehr als 600 Marken zusammen, deren Ware gebündelt, täglich wechselnd und immer nur für wenige Tage über das Online-Portal angeboten werden. In der Regel handelt es sich dabei um Mode, Schuhe und Accessoires, aber auch um Spielwaren und Dekoartikel für die Wohnung.

Wer sich hier ein Schnäppchen sichern will, muss allerdings erst Mitglied im Klub werden – entweder über die Empfehlung eines anderen Mitglieds oder über eine Warteliste. Allzu hoch ist die Eintrittsbarriere aber nicht, denn je größer der Mitgliederstamm des Klubs ist, desto bessere Konditionen kann er mit den Herstellern aushandeln und umso leichter sein Angebot erweitern – was wieder neue Kunden anlockt.

Für die Hersteller ist dieser Vertriebskanal überaus attraktiv, denn bei Brands4friends werden überwiegend Restposten oder Sonderkollektionen verkauft. Weil das Angebot des Online-Klubs nur für Mitglieder ist, bekommt die breite Öffentlichkeit nicht mit, dass eine bekannte Marke im normalen Handel auf einem Teil der Ware sitzen geblieben ist, der nun zu Niedrigpreisen verkauft wird. Das Klubmitglied spart bis zu 70 Prozent bei solchen Einkäufen, und die Marke bewahrt sich trotzdem ihr Hochpreisimage.

Mit diesem Konzept haben die Berliner den deutschen Markt erobert. Im September 2007 ging der Klub online. 2008 setzte er rund 25 Millionen Euro um, 2009 dann 80 Millionen, derzeit ist es nach Firmenangaben eine Million Euro täglich.

Um die Konkurrenz wie Vente Privée aus Frankreich oder BuyVIP aus Spanien auf Abstand zu halten, gehen die Berliner jetzt in die Offensive. Chef Dias setzt auf starkes Wachstum. Mit konkreten Zahlen hält er sich zurück. Klar ist aber, dass die Produktpalette erweitert werden soll. Außerdem soll das Auslandsgeschäft zulegen. Bisher ist Brands4friends in Österreich, Großbritannien und Japan tätig. 2011 wollen die Berliner in einem Land zukaufen. Wo, lässt Dias offen. Attraktiv seien Frankreich, Italien und Spanien.

Nur zu den Verkaufszahlen lässt sich der Brasilianer eine Tendenz entlocken: 2011 soll sich der Absatz auf 66.000 Artikel pro Tag verdoppeln. In zwei Jahren sollen fünfmal so viele Produkte verkauft werden. "Das ist mehr als machbar", sagt er.

Um das Wachstum zu stemmen, wird die Firma im Februar in Mitte umziehen. "Hier könnten wir nur auf 280 Mitarbeiter wachsen", sagt Dias. "Im anderen Gebäude haben wir Platz für 450." Ob es so viele werden sollen, verrät er nicht. Klar ist aber, dass die Verwaltung wachsen muss. Im Sommer kam die Buchhaltung mit ihren Zahlungen nicht mehr hinterher. Inzwischen sei das Problem behoben, sagt Dias. "Wir haben unsere Lektion gelernt."

Auch in der Führung hat sich einiges getan. Die Mitgründer Christian Heitmeyer und Constantin Bisanz, die bisher die Geschäfte leiteten, holten im Juli den erfahrenen Dias. Zum 1. November kommen Christopher Maaß (Marketing) und Sebastian Klare (Tagesgeschäft).

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