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04.10.10

Währungen

Deutscher Euro darf im Ausland gedruckt werden

Das Bundeskartellamt hat entschieden, dass die Bundesdruckerei bei einem Großauftrag für Euro-Noten nicht berücksichtigt werden muss.

© picture-alliance / dpa/Bundesdruckerei
Euro vor der Auslieferung
Bundesdruckerei in Berlin. Der Druck des Euro muss nicht zwingend dort vorgenommen werden. Die Bundesbank vergibt dieses Jahr einen großen Teil ihrer Aufträge ins Ausland

Die Bundesbank darf einem Zeitungsbericht zufolge Euro-Banknoten im Ausland drucken lassen und muss damit weder die Bundesdruckerei noch den Traditionskonzern Giesecke & Devrient automatisch berücksichtigen.

Dies habe das Bundeskartellamt in einer Nachprüfung eines Großauftrags für 2011 entschieden, bei dem die Bundesdruckerei leer ausgehen soll, berichtete die "Financial Times Deutschland".

Die Berliner Druckerei hatte dies nicht akzeptiert und deshalb im Sommer das Bundeskartellamt eingeschaltet. Die Wettbewerbsbehörde habe den Nachprüfungsantrag jedoch zurückgewiesen, hieß es in dem Bericht.

Die Arbeitnehmervertreter der Bundesdruckerei und die Gewerkschaft Ver.di hatten dagegen protestiert, dass zwei der drei Tranchen der Druckorder 2011 für neue Euro-Scheine an ausländische Druckereien gehen sollen.

Das gefährde 400 Arbeitsplätze in Berlin und München, hatte Ver.di gewarnt. Der private Münchner Konzern Giesecke & Devrient soll nur einen kleinen Anteil des Auftrags bekommen.

Die Bundesbank wollte im August erstmals seit Euro-Einführung den Auftrag für den Druck des Großteils der für das kommende Jahr in Deutschland benötigten neuen Geldscheine ins Ausland vergeben, und zwar nach Frankreich und in die Niederlande. In Deutschland sollten 20 Prozent des Auftragsvolumens verbleiben.

Nach Angaben von Ver.di schreiben von den 16 Ländern der Euro-Zone bisher nur vier ihre Druckaufträge für den jährlichen Bedarf an frischen Euro-Noten europaweit aus: neben Deutschland die Niederlande, Finnland und Luxemburg.

Die Bundesbank rechtfertigte ihr Vorgehen damit, dass sie dem europäischen Vergaberecht unterliege. Die deutschen Notendrucker könnten sich aber im kommenden Jahr an der Ausschreibung für 2012 beteiligen.

Quelle: Reuters/AFP/dma
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