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Ifa-Start

Sony, Apple und Amazon treten zum Showdown an

Knaller zum Ifa-Auftakt: Sony und Apple wollen am heutigen Mittwoch neue Vertriebsmodelle für Musik und Videos vorstellen. Auch Amazon mischt mit.

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Miss IFA 2010
Foto: picture alliance / dpa/dpa
Miss IFA lädt auf dem Gelände der Messe Berlin unter dem Funkturm zur 50. Internationalen Funkausstellung 2010 ein.

Kurz vor Start der Internationalen Funkausstellung in Berlin (Ifa) ist ein heftiger Streit um die Gunst der Fernsehzuschauer entbrannt, bei dem vor allem die klassischen TV-Sender unter die Räder geraten könnten. Mehrere Internet-Unternehmen bereiten Berichten zufolge eine Offensive auf das Wohnzimmer vor. Sony steht demnach kurz vor dem Start eines eigenen Musik- und Videodienstes, der unter anderem über die Spielkonsole Playstation 3 laufen soll. Damit könnte der japanische Konzern auf einen Schlag 38 Millionen Geräte adressieren, die bislang verkauft wurden.

Sony-Chef Howard Stringer will seine Pläne am Mittwochabend in Berlin vorstellen und damit Apple-Chef Steve Jobs um eine Stunde zuvor kommen. Apple präsentiert im Anschluss in San Francisco seine Neuheiten. Im Vorfeld wurde über eine Neuauflage von Apple TV spekuliert, eine Box, die für knapp 100 Dollar auf den Markt kommen soll und in der Lage ist, TV-Shows ins Wohnzimmer zu streamen. Berichten zufolge verhandelt Jobs schon seit einiger Zeit mit großen Fernsehsendern über die Rechte zur Ausstrahlung.

Schnelle Internetzugänge und Webfähige Fernseher schaffen die Voraussetzung für eine neue Unübersichtlichkeit im Wohnzimmer, die sich in einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf ausdrückt. So arbeitet auch der Suchmaschinen-Konzern Google an einem Dienst unter der Bezeichnung Google TV. Auch hierzu soll es Neuigkeiten auf der Ifa geben. Sony hatte bereits angekündigt, Google TV in seine Fernseher einbauen zu wollen. Auch Logitech hat sich Google als Partner angeboten. Mit seinem Betriebssystem Android drängt Google auch auf Settop-Boxen. Und die hauseigene Video-Plattform YouTube will demnächst auch Hollywood-Filme über das Internet verleihen.

Wie das „Wall Street Journal“ meldet, arbeitet der Online-Händler Amazon ebenfalls an einem Angebot für das Internet-Fernsehen. Amazon stehe in Verhandlungen mit mehreren Medienkonzernen, um Fernsehshows, Filme und Serien online auf Sendung bringen zu können, heißt es dazu. Ein Startzeitpunkt wurde nicht genannt.

Längst laufen im Hintergrund Verhandlungen zwischen Geräteherstellern und Inhalt-Anbietern. Erste Ergebnisse dazu sind bereits sichtbar. So hat der koreanische Hersteller Samsung bekannt gegeben, in seine Fernseher die Online-Videothek Maxdome der ProSiebenSat.1-Gruppe zu integrieren.

Für die Diensteanbieter wird es immer wichtiger, Partner zu finden. Der eigene Vertrieb von Settop-Boxen ist aufwendig und der Vertrieb kostspielig. Daher stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Gerätehersteller wie Sony oder Samsung könnten diesen Anbietern schnell eine mögliche Kundenbasis bieten, die mehrere Millionen Nutzer umfasst.

Obwohl die Zahl der Akteure größer wird, ist der Markt dafür noch in einer frühen Phase. Die wenigsten Fernseher haben heute einen Internet-Anschluss oder sind in ein Heimnetzwerk eingebunden. In Deutschland mischen beim Internet-TV auch noch die Telekom-Konzerne mit. Die Deutsche Telekom hat als Pionier im Markt 1,3 Millionen Nutzer dafür unter Vertrag. Auch Telefónica O2 hat ein Angebot, das allerdings wenig verbreitet ist. Zum Weihnachtsgeschäft will nun auch Vodafone loslegen. Die Konzerne wollen mit Internet-TV ihre Kunden vom Wechsel des Breitbandanbieters fernhalten.

Für die Nutzer hat der Konkurrenzkampf trotz der Unübersichtlichkeit vor allem Vorteile. Die Auswahl der Inhalte, die über das Internet für den Fernseher angeboten wird, nimmt schnell zu. Zugleich fallen auch die Preise. Erste Film-Flatrates sind bereits für fünf Euro monatlich zu haben.



Erschienen am 01.09.2010

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