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13.08.10

Familie und Beruf

Berufstätige Mütter sollten nur nicht jammern

Kinder behindern die Karriere ihrer Mütter, das hat eine neue Studie ergeben. Frauen sollten sich aber nicht von Zielen abbringen lassen, meint Beatrix Fricke, und an Lösungen mitwirken.

Marcelo Hernandez

Sie fordert eine Frauenquote im Beruf, "weil das der gesellschaftlichen Entwicklung ein bisschen auf die Sprünge hilft". BABETTE TONDORF, 40, Partnerin einer Rechtsanwaltskanzlei, zwei Kinder

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Kinder sind die Karrierebremse Nummer eins für Frauen: Dieses Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann Stiftung kommt für Deutschlands Mütter kaum überraschend. So traurig es ist: Viele von ihnen erleben am eigenen Leib, wie ein eigentlich so wundervolles Erlebnis wie die Geburt eines Kindes ihr Leben auf den Kopf stellt.

Da ist der Chef, der die junge Mutter immer dann ganz dringend braucht, wenn sie ihr Kind von der Kita abholen muss – bis er gar nicht mehr nach ihr fragt, weil die kinderlose Kollegin immer Zeit hat. Da sind die Büronachbarn, die ihre aus der Elternzeit zurückgekehrte Kollegin nicht mehr für voll nehmen, weil sie ja sowieso nur noch Teilzeit da ist. Und da sind nicht zuletzt die Frauen selbst, die sich um ihren legitimen Platz in der Arbeitswelt bringen. Denn viele von ihnen ziehen, kaum dass der Nachwuchs da ist, insbesondere verantwortungsvolle Positionen nicht mehr für sich in Erwägung. Sei es, weil sie ein schlechtes Gewissen oder böse Kommentare fürchten – schließlich muss eine Mutter doch für ihr Kind da sein. Sei es, weil sie sich das Management von Job, Familien- und Hausarbeit zugleich nicht zutrauen – schließlich fühlt sich die Frau für letzteres immer noch verantwortlicher als der Mann.

Keine Frage: Wenn Frauen am Arbeitsplatz benachteiligt werden, weil sie sich für ihre Familie engagieren, muss diese Ungerechtigkeit beseitigt werden. Eine Frauenquote in Unternehmen und Organisationen, für die sich in der Studie 60 Prozent der weiblichen Befragten aussprechen, mag ein Instrument sein. Nachhaltiger und vielleicht sogar schneller umsetzbar dürfte jedoch sein, auf einen Bewusstseinswandel zu setzen und diesen als Frau selbstbewusst und aktiv mitzugestalten.

Der Chef ist unflexibel? Dann muss man selbst eben umso kreativere Lösungen suchen, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Die Kollegen zeigen kein Verständnis? Dafür sind sie auch gar nicht da. Ihre Vorbehalte werden sich aber schnell zerstreuen, wenn man gleichbleibend freundlich und leistungsbereit bleibt. Der Partner bietet zu wenig Unterstützung? Das ist bedauerlich, muss aber kein Dauerzustand bleiben. Vätermonate, aber bitte nicht zu knapp, stellen einen lehrreichen Schnellkursus in puncto Kinder und Haushalt dar. Wer einmal selbst erfahren hat, welche Aufgaben und Herausforderungen der Nachwuchs mit sich bringt, wird seine Augen nicht mehr so gut vor der anstehenden Arbeit verschließen können. Von den Erfahrungen profitieren nach der Väterzeit dann auch gleich noch weitere Frauen mit Kindern.

Durchsetzungsstärke und Machtbewusstsein bescheinigt die Umfrage den Frauen hierzulande. Sie sollten den Mut haben, diese Eigenschaften noch stärker zu zeigen. Alles ist besser, als zu jammern, sich von seinen Zielen zu verabschieden und auf bessere (Arbeits-)Zeiten zu hoffen. Das bestätigt nämlich nur das gängige Urteil in Deutschland: dass sich Kind und Karriere nicht vereinbaren lassen.

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