30.07.10

Energieunternehmen

Kotenev ist neuer Deutschlandchef von Gazprom

Gazprom Germania hat einen neuen Chef - und der ist in Berlin kein Unbekannter: Vladimir Kotenev, bis dato Botschafter des Kreml an der Spree und Ausrichter legendärer Promi-Partys im Botschaftspalast Unter den Linden.

Quelle: tvb
30.07.10 0:30 min.
Der frühere russische Botschafter in Berlin, Vladimir Kotenev, soll das Image des Energieriesen Gazprom Germania aufpolieren.

Zur Vorstellung des neuen Statthalters in Deutschland war Gazprom-Vize Alexander Medwedew eigens nach Berlin gekommen. "Das ist ein besserer Transfer, als der von Kuranyi zu Dynamo Moskau", freute sich der Manager des russischen Energieriesen und Schalke 04-Sponsors am Freitag über seinen Personalcoup. Im Hotel Regent am Gendarmenmarkt stellte Medwedew den Mann vor, der das zuletzt stark angekratzte Image der Konzerntochter "Gazprom Germania" wieder aufpolieren soll: Vladimir Kotenev (52), bis dato Botschafter des Kreml an der Spree und Ausrichter legendärer Promi-Partys im Botschaftspalast Unter den Linden.

Eine Erneuerung an der Spitze der deutschen Gazprom-Tochter stand dringend an. Unter der Führung von Hans-Joachim Gornig, einem früheren Vize-Direktor der Erdöl- und Erdgaswirtschaft der DDR, hatten sich die Negativ-Schlagzeilen peinlich gehäuft. So hatte Gornig offenbar mehrere Manager mit Stasi-Vergangenheit verpflichtet. Der "Spiegel" schrieb über dunkle In-sich-Geschäfte der Firma, die mit rund 500 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von acht Milliarden Euro auswies.

Mit Kotenev soll jetzt alles offener, moderner werden. Der fließend Deutsch sprechende Vater zweier Kinder will zwar zum Geschäft noch nicht viel sagen. Ein Ziel hat sich der Karriere-Diplomat, der seine Laufbahn 1979 im West-Berliner Generalkonsulat der UdSSR begann, aber schon gesetzt: "Es ist an der Zeit, gewisse negative Klischees aufzulösen." Gazprom sei ein "Weltkonzern, der wunderbare Arbeit leistet." Man solle "aufhören, Gazprom zu dämonisieren."

Kotenev war der Gazprom-Führung aufgefallen, weil er während des Gastransit-Streits mit der Ukraine in Berlin und Brüssel intensiv zur Vermittlung der russischen Position beigetragen hatte. Politische Fähigkeiten sind es denn wohl auch, ihn für den neuen Posten qualifizieren. "Wirtschaftliche Diplomatie", so jedenfalls Medwedew, "wird auch in Zukunft eine große Rolle spielen."

Quelle: dgw
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