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29.06.10

Karstadt

Insolvenzverwalter bekommt mehr als 50 Millionen

Für die Abwicklung der Karstadt-Insolvenz kassiert der Insolvenzverwalter ein fürstliches Gehalt. Ein Experte übt Kritik.

© dpa
Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg

Der Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Karstadt kann laut einem Zeitungsbericht mit einem Honorar in zweistelliger Millionhöhe rechnen. Das Honorar von Klaus Hubert Görg werde nach Angaben aus Verhandlungskreisen bei mehr als 50 Millionen Euro liegen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Görg hatte vor einem Jahr das Karstadt-Insolvenzverfahren übernommen. Der Konzern beschäftigt derzeit noch 25.000 Mitarbeiter. Görg wollte dem Bericht zufolge zur Höhe seines Honorars derzeit keine Stellung nehmen. "Dazu sagen wir nichts. Außerdem ist es noch zu früh, um eine Rechnung aufzumachen", sagte Görgs Sprecher der "SZ". Die Vergütung orientiert sich am Wert der Insolvenzmasse am Tag der Schlussrechnung.

Kritik äußerte der der Wissenschaftler und frühere Insolvenzrichter Hans Haarmeyer. "Statt die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen, versorgt die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens offenbar weitgehend und flächendeckend nur die Insolvenzverwalter und die mit ihnen verbundenen Strukturen", sagte Haarmeyer der Zeitung.

Der Experte kritisierte, dass viele Verwalter "Heerscharen von teuren Beratern" in die ihnen anvertrauten Firmen schicken, weil es ihnen entweder selbst an Kenntnissen mangele oder weil sie sich durch Gutachten absichern wollten.

Vor einigen Wochen wurde ein vorläufiger Kaufvertrag mit dem Investor Nicolas Berggruen unterzeichnet, der aber noch über die Höhe der Mieten für die Karstadt-Immobilien verhandelt.

Bei den Gesprächen über die Mietenhöhe bei der insolventen Warenhauskette Karstadt zeichnet sich weiter kein Ergebnis ab. Die Verhandlungen zwischen dem Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieter Highstreet liefen jedoch weiter, versicherten Sprecher beider Seiten.

Weiterhin seien Details noch ungeklärt, hieß es aus Verhandlungskreisen. Nach einem Verhandlungsmarathon in der Nacht zum Donnerstag hatten Äußerungen über einen "konstruktiven" Verlauf der Gespräche die Hoffnung auf eine bevorstehende Einigung geweckt.

Bis Mitte Juli muss ein Ergebnis auf dem Tisch liegen, damit das Essener Amtsgericht wie geplant am 16. Juli über den Insolvenzplan entscheiden kann. Falls keine Einigung erzielt wird, kann der von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag für Karstadt nicht in Kraft treten. Highstreet besitzt als Hauptvermieter 86 der 120 Warenhäuser.

Quelle: AFP/dpa/dma
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