Übernahmepoker
Alle drei Karstadt-Bieter bessern Angebote nach
Donnerstag, 2. September 2010 16:28 - Von Hagen SeidelKurz vor der Gläubigerversammlung haben Investoren ihre Angebote für Karstadt nachgebessert. Ein Anbieter liegt offenbar in Führung.
Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung des Gläubigerausschusses der insolventen Warenhauskette Karstadt haben alle drei Bieter ihre Angebote nachgebessert. Das bestätigte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung Morgenpost Online ONLINE. Details nannte er nicht. Gegen 11 Uhr war in der Essener Karstadt-Zentrale der elfköpfige Gläubigerausschuss zusammen getroffen, um in einer mehrstündigen Sitzung über den Verkauf oder die Zerschlagung der Kette mit 120 Warenhäuern und 25.000 Mitarbeitern zu beraten.
Nach Informationen von Morgenpost Online hat das Vermieterkonsortium um Highstreet seine Chancen offenbar weiter verbessert. Am Sonntagabend hatten sich Vertreter von Highstreet und der Betriebsräte abermals getroffen, um über ein mögliches Konzept von Karstadt unter der Führung des Fonds zu sprechen, hinter dem die Großbank Goldman Sachs steht. „Das Konzept von Highstreet ist sehr gut“, sagte ein Betriebsrat Morgenpost Online im Anschluss an die Sitzung.
Denkbar ist eine Regelung, nach der Highstreet Karstadt innerhalb von fünf Jahren rund 230 Millionen Euro Miete erlässt. Im Gegenzug sollen die Mitarbeiter pro Woche unentgeltlich zwei Stunden länger arbeiten. Dafür könnten sie am Unternehmen beteiligt werden. Highstreet und der Privatinvestor Nicolas Berggruen – er will nur finanzielle Zugeständnisse vom Vermieter, nicht aber von den Mitarbeitern - galten ohnehin schon als die Kandidaten mit den besten Chancen auf den Zuschlag.
Das Konsortium um den russischen Investor Artur Pachomow war zu Beginn der Sitzung weiterhin nicht als vierter offizieller Bieter anerkannt. Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter verlangten zuletzt noch weitere Unterlagen.
Falls keiner der Bieter den Zuschlag bekommt, hatte Insolvenzverwalter Görg die Zerschlagung von Karstadt angekündigt. Für diesen Fall bietet die Muttergesellschaft des Warenhauskonkurrenten Kaufhof, die Düsseldorfer Metro-Gruppe, den Kauf von „45 plus x“ Karstadt-Häusern sowie die Übernahme der 29 Sporthäuser an. Bis zu 18.000 der 25.000 Karstadt-Mitarbeiter könnten in diesem Fall zur Metro wechseln. Metro will Kaufhof und Karstadt – wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit einem Finanzinvestor – zusammenführen und weiterverkaufen oder an die Börse bringen.
Erschienen am 07.06.2010
Stellenmarkt
Wohnungen
Branchenbuch
Kleinanzeigen
Veranstaltungen
Kinoprogramm

Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich