Aschewolke
Easyjet bereitet Sammelklage wegen Flugverbot vor
Die Aschewolke hat tagelang den Flugverkehr über Nordeuropa lahmgelegt. Jetzt bereiten Easyjet und andere Airlines eine Sammelklage vor
Der britische Billigflieger EasyJet bereitet eine Sammelklage wegen der Flugverbote als Folge der isländischen Aschewolke vor. Wir arbeiten daran bereits mit einer Gruppe anderer Unternehmen, auch außerhalb des Low-Cost-Sektors", kündigte Unternehmenschef Andy Harrison in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" an.
Es werde eine "Klage aller Fluglinien" geben, sagte der Easyjet-Chef. Sie wollten die Aufsichtsbehörden zu Ausgleichszahlungen für die finanziellen Folgen der Flugverbote im April zwingen. Einzelheiten nannte Harrison nicht. Anfang Mai hatte bereits ein Lufthansa-Sprecher Kompensation für die Kosten der Flugausfälle gefordert.
Der EasyJet-Chef betonte, die mehrtägigen Flugverbote hätten Belastungen zwischen 50 und 75 Millionen Euro nach sich gezogen. "Und es gibt keinen Grund, warum die Folgen ausschließlich von den Fluglinien getragen werden sollten – besonders wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Schließung in der Größenordnung nicht nötig war", sagte Harrison. Wegen der Aschewolke hatten die Briten zuletzt auch ihre Gewinnprognose zusammengestrichen.
Zudem forderte der Manager härtere Umweltauflagen für die Flugbranche, wie die Stillegung älterer Maschinen. "Die Technologie ist da. Jetzt muss die Politik für die Anreize sorgen", sagte Harrison, der Ende Juni zur Hotel- und Restaurantkette Whitbread wechselt. Er wird abgelöst durch die Chefin der Guardian Media Group, Carolyn McCall, die künftig das Zepter bei der britischen Fluggesellschaft in der Hand haben wird.
Er sprach sich dafür aus, das EasyJet deutlich europäischer wird. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht eines Tages in Euro bilanzieren sollten", sagte Harrison. Er könne sich auch eine Verlegung des Unternehmenssitzes aus dem Londoner Vorort Luton auf den europäischen Kontinent vorstellen.
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