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21.05.10

Lufthansa

Was Kunden in der First Class des A380 erwartet

Lufthansa hat bei der First Class im A380 auf spektakuläre Extras bei der Ausstattung, wie sie andere Airlines anbieten, verzichtet. Was also wird den Passagieren geboten, die immerhin 12.000 Euro für einen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Tokio hinblättern? Morgenpost Online hat sich an Bord umgesehen.

dpa

In einer feierlichen Zeremonie hat Lufthansa den ersten Airbus A380 in Empfang genommen. Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hinze (CDU, v.l.), Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Weber, Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Vorstands der Lufthansa und Airbus-Chef Thomas Enders haben das Ereignis mit einem Glas Sekt begossen.

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Sie ist das Prunkstück von Lufthansa: die neue First Class. Die Premiumklasse wurde jetzt mit der Übernahme des ersten Riesen-Airbus A380 eingeführt. Auf spektakuläre Extras bei der Ausstattung, die andere Airlines im A380 anbieten (etwa Duschkabinen bei Emirates oder Doppelbetten bei Singapore Airlines) hat Deutschlands größte Fluggesellschaft verzichtet. Die Besonderheiten der Lufthansa-First-Class sind unsichtbar – oder nur für männliche Gäste geeignet. Der Reihe nach: Acht Passagiere haben in der First Class im Oberdeck des A380 mit dem Namen "Frankfurt am Main" Platz. Kosten für einen Flug - hin und zurück - auf der ersten Linienstrecke Frankfurt–Tokio (ab dem 11. Juni): über 12.000 Euro. Dafür werden die Sessel in der Kabine zum vollwertigen, über zwei Meter langen und 80 Zentimeter breiten Bett, für mehr Privatsphäre können die einzelnen Schlafstätten mit ausfahrbaren Wänden individuell voneinander getrennt werden.

Die Gäste bekommen eine neu entwickelte Schlafbrille, einen Pyjama (von der Firma van Laack) und einen Kulturbeutel (Porsche Design) mit Pflegeprodukten ("La mer" beziehungsweise die Herrenlinie "Lamarin"). "Wir haben dafür bewusst deutsche Unternehmen als Partner ausgewählt", sagt Christina Foerster vom Produktmanagement.

Die First-Class-Gäste teilen sich zwei Toiletten. Die männlichen Premiumkunden – laut Foerster sind das rund 90 Prozent – dürfen ungestraft im Stehen pinkeln: Die Bord-Toiletten verfügen über Urinale – eine Weltpremiere. Eine weitere Weltneuheit ist nach Lufthansa-Angaben ein aufwendiges Luftbefeuchtungs- und Trocknungssystem. Damit soll die Luftfeuchtigkeit in der First Class auf bis zu 25 Prozent erhöht werden (die Luftfeuchtigkeit in heutigen First-Class-Kabinen liegt bei etwa fünf Prozent).

Zum Komfort gehört auch Ruhe. Um hier neue Maßstäbe zu setzen, hat Lufthansa die Kabine mit schallisolierenden Trennwänden, Teppich mit Trittschallschutz sowie einer speziellen Außenhautdämmung versehen, damit soll sie die leiseste First Class der Welt sein.

"Der A 380 ist klasse – mit ihm verschwindet jegliche Flugangst", sagt Masha. Die Sängerin (Tochter von Frank Elstner) von der Band Brixtonboogie singt das Lied "Be part of it", das Lufthansa nach dem gleichnamigen A380-Slogan komponieren und texten ließ. Die ersten Gäste der First Class könnten Jogi Löw heißen oder Philipp Lahm: Am 6. Juni bringt der A 380 die Deutsche Nationalmannschaft per Sonderflug zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Johannesburg. Ob der DFB die Platzvergabe der acht First-Class-Sessel nach besonderen Verdiensten der Spieler entscheidet, ist nicht bekannt. Fest steht: Wer nicht zu diesem erlauchten Kreis gehört, fliegt in der Business Class.

Bis zum Herbst will Lufthansa insgesamt vier A.380 in Dienst stellen, die dann als weitere Ziele Peking und Johannesburg anfliegen sollen. Die neue First Class soll zudem sukzessive die First-Class-Bestuhlung in anderen Lufthansa-Jets ersetzen.

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