Berlin 2020
Wie im Berlin-Tourismus 55.000 Jobs entstehen
Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer Studie die wirtschaftlichen Chancen für Berlin ausgelotet. Danach könnten in der Hauptstadt bis 2020 eine halbe Million neue Jobs entstehen. Was die Berater für mehr Wachstum in der Tourismusbranche vorschlagen.
Berlin ist als Reiseziel zunehmend gefragt. Um sechs Prozent legte die Tourismusbranche der Stadt in der letzten Dekade im jährlichen Mittel zu. 160.000 Menschen arbeiten im Gastgewerbe und anderen Unternehmungen daran, die jährlich zuletzt fast 19 Millionen Besucher glücklich zu machen.
Als Jobmotor wird Berlin noch lange auf die in- und ausländischen Gäste angewiesen sein. Selbst wenn die Branche nur noch halb so stark wächst wie zuletzt, sei ein Zuwachs von 55.000 Beschäftigten möglich, kalkuliert McKinsey. Geht es so dynamisch weiter wie in den vergangenen Jahren, sind doppelt so viele neue Arbeitsplätze in Hotels, Gastronomie oder Reiseagenturen möglich.
Um das zu erreichen, schlägt McKinsey diese Aktivitäten vor:
Berlin muss neue Besuchersegmente erschließen.
Vor allem junge Familien und sogenannte Best Agers über 60 Jahren sind unter den Besuchern deutlich unterrepräsentiert. Um Eltern den Aufenthalt schmackhaft zu machen, sind mehr kinderfreundliche Unterkünfte, mehr Kinderbetreuung oder spezielle Erkundungstouren für kleine Besucher nötig. Ältere sollten durch gezielte Angebote und Loyalitätsprämien für Wiederkehrer angesprochen werden.
Berlin muss sein Messe- und Kongressgeschäft ausbauen.
Bei etwa zehn überregionalen Messen mit fast 900.000 Besuchern hat die Stadt im Vergleich zu anderen Messeplätzen deutlich Luft nach oben. Deutschlandweit rangiert Berlin hier nur auf Rang sechs. Neue Messen, die sich an den neuen wirtschaftlichen Schwerpunkten der Stadt orientieren, könnten hier einen Aufholprozess einleiten.
Als Ort für Veranstaltungen und Kongresse ist Berlin international unter den besten fünf Städten. Aber für Mega-Kongresse mit mehreren 10.000 Teilnehmern, wie sie etwa in Amerika inzwischen nicht ungewöhnlich seien, fehle der Stadt noch ein geeigneter Standort. Dringend müsse auch über die Zukunft des ICC beziehungsweise eines Ersatz- oder Ergänzungsbaus entschieden werden.
Berlin muss neue Märkte in den großen, aufstrebenden Staaten erschließen.
Zwar hat die Stadt den Anteil seiner ausländischen Besucher über zehn Jahre von 28 auf inzwischen 40 Prozent steigern können. Aber die Touristen kommen immer noch weit überwiegend aus Westeuropa und den USA. Potenzial sieht McKinsey deshalb vor allem bei Gästen aus Osteuropa und den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. So kamen im Jahr 2009 nur 500.000 Gäste aus Osteuropa inklusive Russland nach Berlin. Besonderes Augenmerk sollten die Berliner Tourismus-Werber auf China legen. Schon im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Besucher aus dem Boom-Land am stärksten von allen Nationalitäten: um 20,8 Prozent auf 82.000 Gäste.
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