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12.04.10

Börsen

Finanzwerte bewahren Dax vor größeren Verlusten

Der beschlossene Rettungsplan für Griechenland stützte die Märkte nur kurzfristig. Nur Finanzwerte bewahrten den Dax vor einem größeren Verlust. Der Chiphersteller Infineon, in der jüngsten Zeit nicht selten Gewinner im Dax war, konnte von seinen guten Quartalszahlen nicht profitieren und schließt im Minus.

© dpa/DPA
Börsen-Bericht

Wer darauf gesetzt hatte, dass das nunmehr konkretisierte Rettungspaket für das hoch verschuldete Griechenland für Partystimmung am Aktienmarkt sorgen würde, wurde enttäuscht: Zwar nahm der Dax in Reaktion auf die zugesagten Milliardenhilfen für das südosteuropäische Land Anlauf auf die 6300-Punkte-Marke, doch bei 6285 Zählern ging dem Leitindex schließlich die Puste aus. Im Verlauf büßte der Dax die Gewinne wieder vollständig ein und notierte zum Handelsende bei 6250 Punkten noch 0,1 Prozent im Plus. Der MDax der mittelgroßen Werte wies einen Abschlag von 0,3 Prozent auf 8374 Zähler aus, nachdem er zuvor bei 8453 Punkten ein Jahreshoch markiert hatte. Der Technologieindex TecDax verteidigte dagegen ein Plus von 0,5 Prozent auf 839 Zähler.

Am Rentenmarkt verbuchten die Bundesanleihen Kursverluste. Der richtungweisende Bund-Future wies zuletzt ein Minus von 16 Ticks auf 122,68 Punkte aus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,182 Prozent. Hingegen stieg der Euro mit 1,3691 Dollar zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit dem 18. März. Zuletzt wechselte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,3598 Dollar wieder etwas leichter den Besitzer. Letzte Woche hatte der Euro aufgrund der Griechenlandprobleme noch unter der Marke von 1,35 Dollar notiert.

Die Finanzwerte, die auf die EU-Einigung zunächst mit deutlichen Kursgewinnen reagiert hatten, grenzten die Aufschläge im Handelsverlauf wieder deutlich ein. Sie gehören zu den wichtigsten Gläubigern Griechenlands. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) steht Griechenland bei deutschen Banken mit insgesamt 43,2 Milliarden Euro in der Kreide. Papiere der Deutschen Bank wiesen nach einem anfänglichen Plus von 1,9 Prozent zuletzt noch einen Aufschlag von 0,4 Prozent aus. Commerzbank kamen ebenfalls zurück und notierten nach einem Tageshoch bei 6,49 Euro noch 0,5 Prozent höher bei 6,374 Euro. Das Plus bei der Allianz-Aktie reduzierte sich ebenfalls von anfänglichen 1,2 Prozent auf 0,8 Prozent.

Überraschend gute Quartalszahlen von Infineon kamen dem Aktienkurs des Chipherstellers nicht zugute. Das Papier verlor am Dax-Ende 3,4 Prozent. Dabei hatte das Unternehmen den Umsatzanstieg für das vergangene Quartal auf zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal veranschlagt. Damit hat Infineon wieder die Milliarden-Marke auf Quartalsbasis geknackt. Belastet wurde die Aktie von einsetzenden Gewinnmitnahmen und einer Herunterstufung durch die Analysten von Merrill Lynch. Sie hatten die Titel von "Neutral" auf "Untergewichten" gesenkt mit einem Kursziel von 4,50 Euro. Der Wiederaufbau von Lagerbeständen habe den Kurs zuletzt gestützt. In der zweiten Jahreshälfte könnte es aber zu einer Korrektur kommen. JP Morgan hob das Kursziel indes von 5,50 auf 6,00 Euro an und beließ die Empfehlung auf "Übergewichten".

Aktien von BMW verteuerten sich dagegen nach einer positiven Studie der Citigroup um 0,8 Prozent. Die Analysten hatten ihr Kursziel von 40,00 auf 48,00 Euro angehoben und ihre Anlageempfehlung auf "Kaufen" belassen. BASF standen mit einem möglichen Interesse am Spezialchemie-Hersteller Cognis im Blick. Der Chemiekonzern führt Kreisen zufolge Gespräche über die Übernahme des Spezialisten. Analysten zufolge passt Cognis strategisch zu BASF, der Preis könnte aber nach Expertenmeinung zu teuer werden. Sie sehen das Risiko, dass Bayer in einen Bieterwettstreit eintreten könnte und der Preis dadurch steige. Die BASF-Aktie verbilligte sich um 0,1 Prozent.

Bei den Nebenwerten sprangen die Titel von Koenig & Bauer um 5,3 Prozent auf 14,43 Euro. Damit notierte die Aktie so hoch wie seit September 2008 nicht mehr. Händler wiesen darauf hin, dass die Papiere seit der Bilanzvorlage Ende März gesucht seien und dabei einige technische Hürden genommen hätten. Analysten hatten sie danach zum Kauf empfohlen.

Quelle: Reuters/wej/woz
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