Arbeitsmarkt im März
Bundesregierung traut dem Job-Boom noch nicht
Samstag, 17. April 2010 11:32Die Lage auf dem Arbeitsmarkt scheint sich auf den ersten Blick deutlich zu bessern. Erstmals ist die Zahl der Jobsuchenden im Jahresvergleich wieder zurückgegangen. Doch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) warnt vor einer "Schwebesituation" – und verweist auf das Kurzarbeiterproblem.

Die Ministerin begründete ihre Einschätzung mit dem Hinweis, dass die Kurzarbeit – die Entlassungen verhindert habe – mit 800.000 Betroffenen noch sehr hoch sei. „Wir sind in einer Schwebesituation.“ Die Unternehmen, die an ihren Belegschaften festgehalten hätten, warteten nun auf den Aufschwung. Wenn dieser dann komme, werde „zuerst die Kurzarbeit abgebaut, dann die Arbeitszeitkonten wieder aufgefüllt und erst dann wird neu eingestellt“.
Der Arbeitsmarkt wird aus ihrer Sicht lange auf einer Ebene verharren und die Arbeitslosigkeit wird nicht dramatisch sinken. Deshalb wolle sie die Prognose der Bundesregierung von 3,7 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt vorerst nicht nach unten korrigieren, betonte von der Leyen.Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland war im März mit dem Schwung der Frühjahrsbelebung stärker gesunken als erwartet. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, gab es im März 3,568 Millionen Arbeitslose. Dies waren 75.000 weniger als im Februar und 18.000 weniger als vor einem Jahr. Erstmals seit einem Jahr wurde der Vorjahreswert unterschritten, wenn auch nur aufgrund eines statistischen Sondereffekts.
Von einer Trendwende wollte auch BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise nicht sprechen. „Selbst bei guter wirtschaftlicher Entwicklung wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch verschlechtern.“
Andere Experten hatten zuvor eine bessere Bild der Lage gezeichnet. Alexander Koch von Unicredit hatte angesichts der März-Zahlen etwa gesagt: "Das ist schon ein kleines deutsches Jobwunder."
Für das Gesamtjahr 2010 sage das Forschungsinstitut der BA unverändert einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 120.000 auf gut 3,5 Millionen voraus.dpa/Reuters/lwErschienen am 31.03.2010
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