Wall Street
US-Notenbank versetzt Wall Street in Kauflaune
Das Festhalten der US-Notenbank an ihrer Null-Zins-Politik hat US-Anleger am Mittwoch in Kaufstimmung gebracht. Dow und S&P gingen auf dem höchsten Stand seit 17 Monaten aus dem Handel. Die Fed hatte am Dienstagabend erklärt, den Leitzins noch "eine längere Zeit" außerordentlich niedrig zu halten.
Die Hoffnung auf weiterhin billiges Geld bestärkte auch ein unerwartet starker Rückgang der US-Erzeugerpreise. Investoren sahen darin ein Anzeichen für geringe Inflationsrisiken. Die US-Börsen folgten guten Vorgaben aus Europa: In Frankfurt schloss der Dax erstmals seit Mitte Januar über der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.767 und einem Tief von 10.686 Zählern. Er ging 0,5 Prozent höher bei 10.733 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,6 Prozent auf 1166 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,5 Prozent auf 2389 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,9 Prozent höher bei 6024 Zählern aus dem Handel.
"Die Anleger wissen gern mindestens für die nächsten drei Monate, in welche Richtung sich die Zinsen bewegen", sagte Marc Pado von Cantor Fitzgerald & Co. Die Gewissheit eines stabilen Umfelds treibe die Kurse in die Höhe. Alan Gayle von Ridgeworth Investments sagte, auch die relativ positive Konjunktureinschätzung der Fed ermutige die Anleger. Die Erzeugerpreise untermauerten zudem die Strategie der Notenbank, an ihrer Niedrigstzins-Politik festzuhalten.
Am Mittwoch behielten die Anleger auch den Auftritt von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem Repräsentantenhaus im Blick. Dort plädierte Bernanke dafür, entgegen der Vorschläge von US-Senator Christopher Dodd zur Finanzmarktreform die Aufsicht kleinerer Banken in den Händen der Fed zu lassen.
Die Rückzahlung staatlicher Hilfsgelder verhalf Hartford Financial Services zu Kursgewinnen von 4,8 Prozent. Um ebenfalls 4,8 Prozent stiegen die Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa, der von guten Nachrichten aus Italien profitierte. Dort kam das Parlament dem Konzern im Streit um Stromkosten für Aluminiumhütten entgegen. Alcoa hatte mit einer Stilllegung der Hütten gedroht. Die Papiere des Kohleproduzenten Massey Energy verteuerten sich um 5,8 Prozent. Der Konzern hatte am Dienstag Cumberland Resources gekauft und will damit seine für die Stahlproduktion wichtigen Kohle-Reserven ausbauen.
Die Aktien von Pfizer fielen um 0,3 Prozent. Der weltgrößte Pharmakonzern wollte in der Schlussrunde des Bieterprozesses um den Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm Kreisen zufolge seine bindende Offerte einreichen.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 2161 Werte legten zu, 886 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,2 Milliarden Aktien 1577 Titel im Plus, 1093 im Minus und 130 unverändert.
Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen auf 99-29/32 Punkten. Sie rentierten mit 3,63 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten auf 100-30/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,57 Prozent.
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