Deutsche Bank
Josef Ackermann ist der Top-Verdiener. Noch
Sonntag, 16. Mai 2010 15:54 - Von Jörg EigendorfDeutsche-Bank-Chef Ackermann verdient wieder mehr als jeder andere Vorstand im Börsenoberhaus Dax. Er erhält etwas mehr als 9,9 Millionen Euro in bar, Aktien und Altersversorgung. An zweiter Stelle folgt RWE-Chef Jürgen Großmann. Doch es wird voraussichtlich das letzte Jahr an der Spitze des Rankings sein.

Würde seine Vergütung aus den ersten drei Monaten 2009 hinzugerechnet worden, hätte die Deutsche Bank vermutlich bereits im vergangenen Jahr für eine Premiere gesorgt: Erstmals hätte dann ein gewöhnliches Mitglied mehr als der Vorsitzende verdient. Insgesamt kam der achtköpfige Vorstand der Deutschen Bank auf rund 39 Mio. Euro.
Dass Ackermann im vergangenen Jahr nicht zweistellig verdient hat, dürfte die Gemüter in der Politik und auch den Zentralbanken kaum besänftigen. Schließlich haben alle Banken von den Interventionen der Staaten profitiert – wenn auch wie im Fall Deutsche Bank indirekt.
Gleichzeitig versuchte das Geldhaus bei der Vorlage der Geschäftszahlen aber durch Transparenz und ausführliche Erklärungen zu dokumentieren, dass es dazugelernt hat. So ist – wie vom Gesetzgeber gefordert – die Barkomponente in den Vergütung geringer geworden, dafür der Aktienanteil erhöht worden.
Während beispielsweise Ackermann ein Festgehalt von 1,15 Mio. Euro erhält und zusätzlich noch einmal 1,93 Mio. Euro als erfolgsabhängige Vergütung, bekommt er 4,75 Mio. Euro in Form von Aktien. Zudem sind die Vorstände verpflichtet, 45 Prozent der zugeteilten Aktien bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand zu behalten.
Außerdem bekommen die Führungskräfte künftig mindestens rund 60 Prozent ihrer erfolgsabhängigen Vergütung über drei Jahre ausbezahlt. Sollte es zu einem Verlust in einem Geschäftsjahr oder zu gravierenden Fehlern eines Vorstands kommen, kann der Bonus für das betroffene Jahr komplett gestrichen werden.
Dieses System einer längerfristigen Ausrichtung wird 2010 noch verfeinert. Dann gilt als Bemessungsgrundlage für die erfolgsabhängige Vergütung nicht mehr nur ein Geschäftsjahr, sondern der Zwei-Jahresschnitt.
Erschienen am 16.03.2010
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