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Warenhäuser

Auch Esch-Fonds senkt bei Karstadt die Miete

Nach der Goldman-Sachs-Tochter Highstreet verzichtet nun auch der Oppenheim-Esch-Fonds auf einen Teil der Mieteinnahmen bei Karstadt. Die hohen Mieten für die Warenhäuser gelten als Grund für die Insolvenz von Karstadt und Arcandor. Damit verbessern sich die Chancen für einen Verkauf der Warenhauskette.

Karstadt in Leipzig
Foto: dpa
Dem Oppenheim-Esch-Fonds gehört auch das Karstadt-Haus in Leipzig

Die Vermieter der insolventen Warenhauskette Karstadt sind zu weitreichenden Zugeständnissen bei der Miethöhe bereit. Nach Morgenpost-Online-Informationen wollen die Zeichner der umstrittenen Oppenheim-Esch-Fonds auf ein Drittel ihrer Forderungen von zuletzt 33,5 Mio. Euro im Jahr verzichten. Erstmals kann bei fallendem Umsatz auch die Miete sinken. Das erfuhr Morgenpost Online von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist. Oppenheim-Esch wollte das nicht kommentieren.

Den Fonds der Gesellschaft gehören das Karstadt-Haus Oberpollinger in München sowie die Filialen in Leipzig, Potsdam und Karlsruhe. Die Fonds hatten die Karstadt-Häuser gekauft, aufwendig renoviert oder ganz neu gebaut und dann an das Unternehmen zurück vermietet.

Hohe Mieten galten später als ein Grund für die Insolvenz von Karstadt und seines Mutterkonzerns Arcandor. Frühere Versuche, die Mietbelastung zu reduzieren, waren gescheitert. Der Insolvenzverwalter jedoch hat das Druckmittel des außerordentlichen Kündigungsrechtes gegenüber den Vermietern.

Zu den Zeichnern dieser Karstadt-Fonds gehört auch Thomas Middelhoff, der später Aufsichtsrats- und dann Vorstandschef der Karstadt-Mutter Arcandor wurde. Die Investoren des Hauptmieters Highstreet, einer Tochter der US-Bank Goldman Sachs, hatten sich bereits zuvor bereit erklärt, vertraglich vereinbarte Mieterhöhungen in Höhe von 150 Millionen Euro nicht einzufordern.

Um Karstadt für einen Investoren interessant zu machen, geben auch die Mitarbeiter Geld: Sie verzichten auf 160 Millionen Euro. Im Gegenzug muss ein möglicher Investor alle 120 Karstadt-Häuser übernehmen und den Betrieb sicherstellen.

Vermutlich am Dienstag wird Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg den Plan, in dem das alles festgelegt ist, dem Essener Amtsgericht vorlegen. Sechs Interessenten prüfen derzeit die Bücher von Karstadt. Sollten sie kein Angebot abgeben, droht Karstadt die Zerschlagung.sl/dma



Erschienen am 14.03.2010

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