Währungen
Chinas Premier nennt Yuan "nicht unterbewertet"
Dienstag, 16. März 2010 22:05Im Streit um die Aufwertung der chinesischen Währung Yuan hat Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao Position bezogen. Er halte den Yuan "nicht für unterbewertet". Kritik aus den USA weist er entschieden zurück. Erst vor wenigen Tagen hat US-Präsident Barack Obama von China einen marktorientierten Yuan-Kurs gefordert.

Indirekt warf Jiabao den USA wegen des niedrigen Dollars protektionistische Praktiken vor. „Ich verstehe nicht, wenn Länder ihre Währung abwerten, um ihren Export zu fördern, und dann andere Länder zwingen, ihre Währung aufzuwerten.“ Der stabile Yuan habe eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise gespielt.
Im vergangenen Krisenjahr seien die Importe Chinas mit elf Prozent weniger stark gefallen als die Exporte mit 16 Prozent. „Die Wechselkurspolitik eines Landes sollte von den Bedingungen seiner nationalen Wirtschaft abhängig sein“, sagte der Premier.Erst vor ein paar Tagen erneuerte US-Präsident Barack Obama die Kritik an China und forderte einen marktorientierten Yuan-Kurs. Zudem erklärte US-Senator Charles Shumer, er sähe keinen Grund, warum die USA die Volksrepublik nicht als Währungsmanipulator bezeichnen sollte. Die Entscheidung über die Wortwahl für den den halbjährlichen Bericht des Finanzministeriums soll am 15. April fallen.
China hat den Yuan Mitte 2008 de facto an den Dollar gekoppelt, um sich angesichts der schweren weltweiten Rezession seine Exportwirtschaft zu stützen. Die USA und andere Länder halten die chinesische Währung für unterbewertet und fordern, den Yuan aus der engen Anbindung an die internationale Leitwährung zu lösen. Sie werfen China vor, sich mit dem Währungsmanöver ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen. .Reuters/dpa/dma
Erschienen am 14.03.2010
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