Logo der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1272319/Wie-ein-Berliner-Chef-100-Jobs-besetzen-wollte.html
twitter Facebook StudiVZ/MeinVZ
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Arbeitsmarkt

Wie ein Berliner Chef 100 Jobs besetzen wollte

100 Stellen hat Unternehmer Stephan Schwarz in Berlin zu besetzen. Die Jobs sind nicht glamourös, aber es gibt 8,40 Euro je Stunde, Mindestlohn im Reinigungsgewerbe. 100 Mitarbeiter finden, das sollte doch kein Problem sein. Die Hauptstadt hat 244.000 Arbeitslose. Doch Schwarz hat sich gründlich getäuscht.

Unternehmer Stephan Schwarz ist auch Präsident der Berliner Handwerkskammer
Foto: Amin Akhtar
Unternehmer Stephan Schwarz ist auch Präsident der Berliner Handwerkskammer

Unternehmer Stephan Schwarz hat in Berlin 100 Stellen zu besetzen. Es gibt 8,40 Euro je Stunde, Mindestlohn im Reinigungsgewerbe. Arbeitsbeginn ist um acht, und der Arbeitsplatz ist wohltemperiert. Die 100 Leute sollen Hotels in der Stadt reinigen. Schwarz erledigt das mit seinem Dienstleistungsunternehmen GRG Service Group im Auftrag der Herbergen. 100 Mitarbeiter finden, dachte Schwarz, das sollte in Berlin nun kein Problem sein. Die Hauptstadt hat 244.000 Arbeitslose. Doch Schwarz, der auch Präsident der Berliner Handwerkskammer ist, hat sich gründlich getäuscht.

„Wir haben im Januar zusammen mit der Arbeitsagentur eine Jobbörse im Unternehmen gemacht“, erzählt Schwarz. 130 Arbeitslose wurden von der Arbeitsagentur aufgefordert, 35 kamen, 30 machten gleich ihre Ablehnung deutlich. Fünf begannen eine Trainingsmaßnahme, eine Frau hielt durch und hat nun einen Job. Eine von 135 Arbeitslosen. Der Rest kam nicht, schleppte Atteste an oder offenbarte Lustlosigkeit. „Ich wollte das selbst nicht glauben“, sagt Schwarz.

Die Geschichte erzählte er in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner vergangene Woche. Und danach, sagt Schwarz, brach ein regelrechter Sturm los. Unternehmer schrieben ihm und berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Viel wichtiger für Schwarz: Auf einmal schrieben ihm Leute, die bei ihm anfangen wollten. 300 sind es bislang. Die ersten 24 Bewerber wurden schon eingeladen, 15 haben bereits eine Stelle. „In zwei bis drei Wochen haben wir wahrscheinlich alle besetzt“, sagt Schwarz.

Was die Arbeitsagentur nicht leisten konnte, hat er mit seinem Fernsehauftritt geschafft. Noch immer grübelt Schwarz, warum es vorher nicht geklappt hat. Die Behörde habe sich bemüht, sagt er. Doch offenbar müssten die Arbeitslosen kaum Sanktionen befürchten, wenn sie Vorstellungsgespräche platzen ließen. Da müsste, meint Schwarz, die Politik vielleicht ran. In jedem Fall will er den Arbeitgeberservice nun nicht mehr in Anspruch nehmen. „Das bringt mir nichts.“ Doch was soll er machen, wenn er in Berlin mal wieder 100 Jobs zu vergeben hat?hev



Erschienen am 10.03.2010

Anzeige
WKN, ISIN oder NAME
Kurs in % Zeit
NIKKEI 225 8947,1700 -0,61 07:00
EURO STOXX 50 2480,7600 -1,65 17:50
NASDAQ Comp. 2903,8800 -0,80 23:30
DOW Jones 12801,2300 -0,69 22:30
TecDAX 769,8900 -0,43 17:45
DAX 6692,9600 -1,41 17:45
Euro (in $) 1,3200 -0,65 22:59
BrentOil (in $) 117,6100 -0,91 23:48
Gold (in $) 1720,7000 -0,54 23:16
Anzeige
Anzeige
Jobs im Überblick
Die Zeitung
Premium Inhalte
Berliner Morgenpost Apps
Anzeige
Von unserem Partner gutefrage.net