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09.03.10

Edelmetalle

Palladium so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr

Palladium sticht Gold: Der Wert des weißen Metalls hat sich 2009 um 119 Prozent erhöht, der des Goldes nur um rund 30 Prozent. Palladium ist eben als Schmuck- als Industriemetall gefragt. Nun entdecken auch Investoren das Edelmetall. Doch Palladium-Investments haben auch Schattenseiten.

picture-alliance / gms/IBM

Computerfestplatten aus Magnetmaterialien benötigen das seltene Metall Neodym. Es steht auf der Liste der chemischen Elemente, bei denen die Verknappung bis 2030 besonders groß sein wird.

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Mit Blick auf den Edelmetallsektor bekommt dieses Sprichwort eine ganz neue Bedeutung. Denn das im Fokus der Finanzwelt stehende Gold hat im direkten Performancevergleich mit anderen Edelmetallen zum Teil klar das Nachsehen.

Deutlich wird dies etwa am Palladium. Dessen Wert erhöhte sich im gesamten Jahr 2009 um 114 Prozent. Gold muss sich mit rund 30 Prozent bescheiden. Und auch im laufenden Jahr bleibt Palladium gefragt: Gestern markierte das Edelmetall ein neues Zweijahreshoch, verteuerte sich auf 477 Dollar bzw. 350 Euro je Feinunze.

Grund für die neuerliche Preisrallye bei dem edlen Rohstoff sind vor allem die dank positiver US-Arbeitsmarktdaten erneut verbesserten Aussichten auf eine weltweite Konjunkturerholung. Denn Palladium ist im Gegensatz zum Gold auch als Industriemetall stark gefragt. Einsatz findet es vor allem im Automobilbau bei der Herstellung von Katalysatoren. Rund 40 Prozent der Nachfrage nach Palladium dürften auch in diesem Jahr wieder auf den Automobilsektor zurückgehen.

"Die Erwartung eines moderaten Weltwirtschaftswachstums in den kommenden Monaten spricht für einen leicht steigenden Bedarf aus dem industriellen Bereich", meint Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Die Preise dürften tendenziell fester notieren." Unterstützung dürfte der Palladiumpreis seiner Ansicht nach sowohl aus der Schmuck- als auch der Investmentbranche erfahren.

Denn im Zuge der ausufernden Staatsverschuldung als Folge des Kampfs gegen die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise suchen immer mehr Anleger ihr Heil in einer Flucht in die Edelmetalle als Schutz vor einer befürchteten Geldentwertung. Längst fließt ihr Kapital dabei nicht mehr allein in das Gold. Auch Silber, Platin und eben - wenn auch noch auf niedrigem Niveau - Palladium sind von Investoren gesucht.

Dass die Strategie von Investoren, Palladium zur Wertaufbewahrung einzusetzen, noch Potenzial hat, belegen die Mittelzuflüsse in entsprechende Produkte. 2009 flossen 136 Millionen US-Dollar in Palladium-ETCs (Exchange Traded Commodities), das sind lediglich 0,7 Prozent aller Neuanlagen in entsprechende Edelmetall-Produkte. ETCs sind börsengehandelte Rohstofffonds, die sich am Preis des jeweils zugrunde liegenden Stoffs orientieren und den Anlegern in der Regel die Sicherheit bieten, dass sie mit dem entsprechenden Metall physisch hinterlegt sind.

Zu Jahresbeginn wurde nun auch erstmals in den USA ein Palladium-ETC aufgelegt. Diese Innovation löste dort unter Investoren einen regelrechten Ansturm aus. Der Palladium-ETC hat mittlerweile bereits sechs Prozent einer Jahresproduktion auf sich vereinigt. "Die Investmentnachfrage wird für den relativ kleinen Palladiummarkt ein immer bedeutenderer Faktor", stellt Analyst Proettel fest.

Der Charme des weißen Metalls, die Chance auf Wertsteigerungen im Zuge einer konjunkturellen Erholung mit dem Charakter eines Sachwerts zu verbinden, hat aber auch seine Schattenseiten. Denn so rapide, wie der Preis zuletzt in die Höhe schoss, könnte er auch wieder in sich zusammensacken. Dafür würde es genügen, dass sich die momentanen Anzeichen eines konjunkturellen Aufschwungs als Fehlsignal erweisen und die Weltwirtschaft in eine neuerliche Schwächephase einmündet. Mit der dann wegbrechenden Nachfrage aus der Autoindustrie würde auch der Palladiumpreis fallen.

Investoren, die sich für das edle Industriemetall interessieren, können ihre Marktmeinung über Rohstofffonds oder Zertifikate spielen. Insbesondere bei Zertifikaten allerdings ist auf höchste Bonität des Emittenten zu achten - die Papiere sind rechtlich Schuldverschreibungen und verfallen im Falle einer Insolvenz des herausgebenden Instituts wertlos. Wer sich Barren oder Münzen zulegen will, muss beachten, dass beim Kauf neben einem Prägeaufgeld auch 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden.

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