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05.03.10

Teures Militärflugzeug

Käufer bezahlen 3,5 Milliarden mehr für A400M

Sieben Staaten und der Flugzeugbauer Airbus einigen sich auf die Finanzierung des Militär-Transporters A400M. Das Flugzeug wird teurer als geplant. Die Käufer-Länder sind bereit, insgesamt 3,5 Milliarden Euro zu den Mehrkosten beizutragen. Ab Ende 2012 soll der erste A400M ausgeliefert werden.

dpa/DPA

Auf der Startbahn in der spanischen Stadt Sevilla drehen sich zunächst minutenlang die Propeller des Riesenflugzeugs.

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Europas wichtigstes Rüstungsprojekt ist gerettet: Nach monatelangem Streit um die Finanzierung des Militärtransporters Airbus A400M haben sich die sieben Käuferländer mit dem Rüstungskonzern EADS geeinigt. Die Airbus-Mutter teilte mit, dass die Länder sich mit 3,5 Milliarden Euro an den Zusatzkosten beteiligen.

Die Bestellerländer sind bereit, zwei Milliarden Euro mehr für die Flugzeuge zu bezahlen. Weitere 1,5 Milliarden Euro entfallen auf Exportkredite. Die Staaten werden dafür an künftigen A400M- Verkaufserlösen beteiligt.

EADS kündigte zugleich an, dass es wegen der A400M-Belastungen Verluste im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 beim operativen Gewinn und beim Konzernüberschuss gebe. Für 2009 muss das Unternehmen für das Projekt Rückstellungen von 1,8 Milliarden Euro bilden. EADS hatte bereits in der Vergangenheit 2,4 Milliarden Euro zurücklegen müssen. EADS stellt am 9. März seine Bilanz für 2009 vor.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte nach Verhandlungen in Berlin, dass es eine Lösung gibt. Jetzt müssen noch die beteiligten Regierungen und Parlamente zustimmen. "Die Vertragsstaaten haben sich mit dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS geeinigt", sagte Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin in Paris.

Missmanagement und technische Probleme haben zu jahrelangen Verspätungen und Milliarden-Mehrkosten geführt. Die Airbus-Mutter EADS drohte mit einer Einstellung des Projekts, falls die Staaten nicht genug Geld nachschießen.

Airbus hatte sich 2003 verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20 Milliarden Euro auszuliefern. Dann liefen die Kosten aus dem Ruder: Die Mehrkosten betragen laut Airbus insgesamt 5,2 Milliarden Euro. 60 Flugzeuge will die Bundesregierung als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen abnehmen.

Die A400M ist als Mehrzweckflugzeug konzipiert. Die 45 Meter lange Maschine soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll der Militär-Airbus in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.

Das Flugzeug soll gegen Beschuss geschützt und extrem wendig sein und auch auf Gras und Sand landen können. Die vier völlig neu entwickelten Turboprop-Triebwerke sollen der A400M bis auf 11.000 Meter Höhe tragen und mit einer Geschwindigkeit von 556 Kilometern pro Stunde vorantreiben. Der Airbus- Militärtransporter ist rund 15 Meter hoch und hat eine Spannweite von 42 Metern.

Erste Pläne für den Transall-Nachfolger wurden in Frankreich schon 1984 entworfen; einen ersten europäischen Projektstartversuch gab es 1991 mit "Euroflag". Doch erst im Mai 2003 wurde das Projekt A400M mit dem Vertrag der sieben Erstkundenstaaten mit Airbus angeschoben.

Die erste Maschine soll um die Jahreswende 2012/13 ausgeliefert werden, das erste Flugzeug mit allen geforderten Eigenschaften erst 2015. Am 11. Dezember absolvierte die Maschine ihren Jungfernflug in Sevilla.

Quelle: AFP/dpa/Reuters/oht
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