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26.02.10

Inflationsrate

In Deutschland bleibt die Teuerung aus

Die Inflation macht Pause: In Deutschland sind vor allem Lebensmittel billiger geworden. Zuletzt sind die Preise insgesamt nur noch um 0,4 Prozent gestiegen. Langfristig werden aber steigende Weltmarktpreise für Rohstoffe und Nahrungsmittel die Teuerung wieder antreiben.

© dpa
Billigere Lebensmittel: In Deutschland legt die Inflation eine Pause ein
Billigere Lebensmittel: In Deutschland legt die Inflation eine Pause ein

Die Wirtschaftskrise sorgt weiter dafür, dass die Inflation ausbleibt. Im Februar 2010 sind die Preise überraschenderweise nur um 0,4 Prozent gestiegen, vor allem weil Lebensmittel billiger geworden sind. Diese Inflationsrate ist weit entfernt von den Zielvorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Inflation von zwei Prozent anstrebt. Im Januar waren die Preise bundesweit noch um 0,8 Prozent gestiegen.

Die Inflation fiel so gering aus, weil die Preise für Lebensmittel gesunken sind. Discounter verlangen seit Anfang Februar weniger für Butter, Schokolade und andere Nahrungsmittel. Teurer wurden dagegen Benzin, Diesel und Heizöl.

Auch in den kommenden Monaten wird die Inflation niedrig bleiben, möglicherweise könnten die Lebenshaltungskosten sogar sinken: Wegen der schwachen Konjunktur bleibt die Nachfrage aus, und die Unternehmen können Preiserhöhungen nicht durchsetzen. Die niedrigen Lohnabschlüsse nehmen außerdem Kostendruck von den Unternehmen.

Langfristig müssen sich Verbraucher und Unternehmen allerdings auf steigende Preise einrichten. Bereits vor dem Höhepunkt der Finanzkrise war die Inflation hierzulande auf mehr als drei Prozent angestiegen, weil weltweit Lebensmittel, Rohöl und andere Rohstoffe teurer geworden waren.

Diese Preisentwicklung wurde zwar durch die Krise gestoppt; ihre Ursachen bleiben aber erhalten. Die Bevölkerung in den Schwellenländern wächst, wird reicher und konsumiert mehr als zuvor. Dieser Trend wird anhalten; die chinesische Wirtschaft etwa könnte schon dieses Jahr wieder um neun Prozent wachsen, wenn optimistische Prognosen eintreffen.

Die Rückkehr des Wachstums macht sich bereits wieder an den Weltmärkten bemerkbar, wo die Preise für Erdöl und andere Rohstoffe wieder steigen. Für Lebensmittel wird eine ähnliche Entwicklung erwartet, so dass Finanzinvestoren bereits auf teurere Nahrungsmittel spekulieren und die Tendenz damit noch verstärken. Verbraucher hierzulande müssen sich deshalb langfristig an ein höheres Preisniveau gewöhnen.

Wie hoch die Inflationsraten künftig sein werden, hängt auch davon ab, wie die europäischen Staaten künftig mit ihren gewaltigen Schuldenbergen umgehen. Sollten die Euroländer die EZB dazu drängen, mit der Geldpolitik beim Schuldenabbau zu helfen, drohen langfristig höhere Inflationsraten.

Noch sieht es nicht danach aus, als könnten solche Begehrlichkeiten von den Notenbankern erhört werden, schließlich ist die Geldwertstabilität das oberste Ziel der EZB. Aber die Stimmung dreht bereits; der Internationale Währungsfonds etwa hat jüngst vorgeschlagen, das Inflationsziel von zwei Prozent auf vier Prozent anzuheben, um die hohen Staatsschulden besser in den Griff zu bekommen. Europäische Notenbanker reagierten auf den Vorschlag mit Protest – für den Moment jedenfalls.

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