Altersvorsorge
DIW beklagt hohe Kosten bei der Riester-Rente
Das Berliner Forschungsinstitut verlangt eine Überprüfung der Riester-Renten. Die Konditionen und Kosten seien völlig undurchschaubar. Damit unterstützen die Berliner Forscher grunsätzlich die Kritik von Verbraucherschützern. Doch zugleich teilen sie auch gegen die Verbraucherverbände aus.
Das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut DIW hat sich für eine Überprüfung der staatlich geförderten Riester-Rente zur zusätzlichen Altersabsicherung ausgesprochen. Es gebe ernst zu nehmende Hinweise von Verbraucherschützern, dass bei der Riester-Rente die Kosten zum Teil zu hoch und die Konditionen unklar seien.
Auch die eigentliche Zielgruppe der staatlich geförderten Altersvorsorge, Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen, werde offenbar zu selten erreicht, schreibt das DIW in einer Analyse.
Für das Institut ist die Kritik der Verbraucherverbände nachvollziehbar, da Kosten und Leistungen nach den Worten der DIW-Expertin Kornelia Hagen "gegenwärtig kaum zu überprüfen" sind. Die Datenlage müsse als "eklatant unzureichend" bezeichnet werden.
Es seien "Erfolgsmeldungen im luftleeren Raum", wenn die Bundesregierung allein schon die Zahl der bislang gut 13 Mio. abgeschlossener Riester-Verträge als Erfolg werte. Höchstens 37 Prozent der potenziell Förderberechtigten hätten einen Vertrag abgeschlossen. Dies bleibe deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Kritik äußerte DIW-Forscherin Hagen auch an den Verbraucherzentralen. Obwohl diese Zehntausende von Beratungsgesprächen zur Altersvorsorge durchführten, werde das dadurch gewonnene Wissen nicht genutzt. "Bei aller Kritik an der Riester-Rente ist es kaum nachvollziehbar, dass die Verbraucherzentralen ihre Eigenschaft als Marktbeobachter bisher nicht systematisch genutzt haben und kein flächendeckendes, wissenschaftlich fundiertes Monitoring ausgebaut haben."
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