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24.02.10

EU-Kriterien

Deutschland macht mehr Schulden als erlaubt

Die Staatsverschuldung Deutschlands ist 2009 gestiegen – auf über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit verfehlt die Bundesregierung erstmals seit 2005 wieder die Kriterien der EU. Das Defizit ist unter anderem wegen der staatlichen Konjunkturprogramme gewachsen.

© dpa
Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble muss mehr sparen: 2009 hat Deutschland wegen einer Neuverschuldung von über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts die Maastricht-Kritierien der EU verfehlt

Der deutsche Staatshaushalt ist im Krisenjahr 2009 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als bisher angenommen. Das Staatsdefizit betrug im vergangenen Jahr 79,3 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit und revidierte damit erste Schätzungen vom Januar.

Die gesamtstaatliche Neuverschuldung kletterte nicht zuletzt wegen der Konjunkturpakete im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise auf 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Damit überschritt Deutschland erstmals seit 2005 wieder die Maastricht-Grenze. Die EU-Regel erlaubt ein Defizit von maximal 3,0 Prozent des BIP. Im Juni 2007 hatte Brüssel das Defizitverfahren gegen Deutschland eingestellt.

Im Januar 2010 waren die Statistiker zunächst von einem Fehlbetrag von 77,2 Milliarden Euro und einer Defizitquote von 3,2 Prozent ausgegangen. Ökonomen hatten mit einem deutlich negativen Ergebnis gerechnet.

Grund: Neben den Konjunkturprogrammen belasteten die Kurzarbeit und – infolge der Wirtschaftskrise – sinkende Steuereinnahmen die öffentlichen Haushalte. Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die staatliche Defizitquote 2010 auf 5,0 Prozent steigen dürfte.

Quelle: dpa/oht
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