Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
18.02.10

ICE-Achsen

Probleme im Fernverkehr halten bis 2013 an

Die Schwierigkeiten mit den ICE-Achsen werden den Fernverkehr bei der Deutschen Bahn noch jahrelang beeinträchtigen. Zwar einigte sich der Konzern mit dem Hersteller Alstom auf einen Austausch der Achsen. Doch der ist kompliziert – deswegen werden weiterhin deutlich zu wenig Züge unterwegs sein.

© dpa
Deutsche Bahn

Der seit eineinhalb Jahren andauernde Konflikt um mangelhafte ICE-Achsen zwischen der Deutschen Bahn (DB) und den drei großen Schienentechnikherstellern ist beigelegt. Nachdem sich der Bahn-Konzern bereits im Oktober mit Siemens und Bombardier auf einen Austausch sämtlicher Achsen der 63 ICE-3-Züge verständigt hat, gibt es nun mit Alstom eine entsprechende Übereinkunft für die Neigetechnikzüge vom Typ ICE T. Die Bahnkunden müssen dennoch mindestens bis 2013 mit erheblichen Behinderungen in Fernverkehr rechnen.

Die Vereinbarung zwischen Bahn und Alstom sieht vor, dass der französische Konzern 2104 Achsen neu entwickelt und produziert. Ab Ende 2011 sollen die 67 ICE-T-Züge damit ausgestattet werden. "Bis der Austausch komplett abgeschlossen ist, vergehen allerdings voraussichtlich zwei Jahre", heißt es bei Alstom. In Bahnkreisen rechnet man mit "einer Zeitspanne von deutlich über einem Jahr". DB-Technikvorstand Volker Kefer betonte, dass die vom Eisenbahn-Bundesamt angeordneten verkürzten Prüfintervalle für ICE-Züge in Kraft blieben, bis der Austausch vollständig beendet sei.

Die häufigen Checks sind die Ursache dafür, dass der Bahn ohne witterungsbedingte Ausfälle im Durchschnitt zwölf komplette ICE-Züge für den täglichen Einsatz fehlen. Nachdem die DB bereits auf TGV-Züge der französischen Staatsbahn SNCF zurückgegriffen hat, will sie nun versuchen, weitere Verstärkung für ihre Fernflotte zu requirieren. "Wir sind uns nicht zu fein, im Ausland entsprechende Anfragen zu stellen", sagte Kefer. Bereits bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland waren andere Bahnen mit Zügen eingesprungen, damit die DB das Fahrgastaufkommen bewältigen konnte.

Für Züge, die den Hochgeschwindigkeitszug ICE ersetzen könnten, gelten allerdings strenge Auflagen. Die Einigung von Herstellern und Deutscher Bahn ist vor allem für letztere ein Punktsieg. Seit im Sommer 2008 bei einem ICE 3 ein Radsatz gebrochen und im Herbst dieses Jahres an einer ICE-T-Achse ein Haarriss entdeckt worden war, muss sich die Bahn mit einem Sicherheitsproblem bei der Fernzugflotte und Zugausfällen rumärgern. Bereits im vergangenen Jahr bezifferte der Konzern den daraus entstanden Schaden aufgrund häufigerer Checks und Umsatzverlusten auf mehr als 350 Mio. Euro. Nach den Bestimmungen des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) ist der Bahnbetreiber für den reibungslosen Ablauf des Verkehrs zuständig – auch wenn mangelhafte Bauteile die Ursache für Störungen sind.

Dass es dennoch zu einer Einigung kam, hat mit den engen Verbindungen von Herstellern und Bahn zu tun: Der DB-Konzern ist einer der größten Auftraggeber für Züge und Schienentechnik in Europa. Und bei nur drei großen Anbietern ist die Auswahl der Lieferanten gering. Mit dem Kompromiss wurde nun ein vermutlich langjähriger Rechtsstreit vermieden. "Vor Gericht hätten allen Beteiligten verloren", so Kefer. "Wir wollen bei der Deutschen Bahn im Geschäft bleiben", erklärte ein Alstom-Manager den Einigungswillen. Der letzte Großauftrag für eine neue Regionalflotte war an Bombardier gegangen, Siemens ist bevorzugter Bieter für die neue IC-Generation.

Der Austausch aller ICE-T-Achsen wird nach Morgenpost-Online-Informationen 50 bis 80 Mio. Euro kosten. Über die Verteilung der Lasten wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote