Luftverkehr
Streik ab Montag - Lufthansa droht Chaos
Die Lufthansa steht vor einem der größten Arbeitskämpfe ihrer Geschichte. Die Piloten der Lufthansa wollen ab Montag streiken. Dafür stimmten 93 Prozent. Sie kämpfen vor allem um mehr Mitbestimmungsrechte. Die Fluggesellschaft arbeitet an einem Notfallplan. Betroffen ist auch die Linie Germanwings.
Die Piloten der Fluggesellschaft Lufthansa wollen streiken. Bei einer Urabstimmung, zu der 4500 Piloten der Lufthansa, der Töchter Cargo und Germanwings aufgerufen waren, stimmten 93 Prozent für Arbeitskampfmaßnahmen, wie die Gewerkschaft Cockpit mitteilte. Gestreikt werden soll von Montag, 22. Februar, 0 Uhr bis zum 25. Februar um 0.01 Uhr gehen. Betroffen seien auch die Tochter Germanwings und Lufthansa Cargo, teilte Cockpit mit.
Die Fluggesellschaft rüstet sich nun für einen der größten Arbeitskämpfe ihrer Geschichte. "Wir müssen uns auf das Szenario Streik einstellen, und natürlich bereiten wir uns darauf vor, um die Auswirkungen für die Fluggäste so gering wie möglich zu halten", sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Für die Fluggäste bedeutet das laut einer Mitteilung des Unternehmens: Bei Verspätungen und Flugausfällen werden "die betroffenen Gäste unabhängig vom jeweiligen Tarif auf alternative Flüge umgebucht" - dies allerdings "abhängig vom Flugplan und Auslastung". Falls sich Passagiere entscheiden, wegen des Streiks eine Reise nicht anzutreten, bietet Lufthansa einmalig eine kostenlose Umbuchung auf einen anderen Lufthansa Flug an.
Die Vereinigung Cockpit hatte die rund 4500 Lufthansa-Piloten zu einer Urabstimmung aufgerufen. Für einen unbefristeten Streik mussten 70 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder grünes Licht geben. Seit Wochen hatte sich laut VC eine breite Zustimmung für den Streik abgezeichnet. Die Piloten fordern vor allem mehr Mitbestimmung und eine Arbeitsplatzgarantie unter dem bestehenden Konzerntarifvertrag.
Mitsprache ist das zentrales Anliegen der Pilotenvereinigung. Die Piloten wollen künftig noch mehr mitbestimmen, wer zu welchem Gehalt welches Flugzeug im Konzern fliegen darf. Dafür haben die Piloten auch im Dezember eine Nullrunde angeboten - um nicht wieder öffentlich der Gier bezichtigt zu werden. Gleichzeitig wurde die Urabstimmung über den Streik eingeleitet.
Den Piloten geht es darum, welche Flugzeuge auf welchen Strecken fliegen - und wer diese fliegen darf. Bei Gründung der Lufthansa-Tochter Cityline war zwischen Lufthansa und Piloten vereinbart worden, dass auf Strecken der Regionallinie nur Flugzeuge mit bis zu 70 Sitzen fliegen dürfen. Größere Modelle können dagegen nur von Konzernpiloten gesteuert werden, die mehr Geld verdienen als ihre Kollegen bei Cityline. Nun ist aber die Frage, was mit Jets wie der hundertsitzigen Embraer 190 ist, die das Lufthansa-Management bei Citylinie will - um so im Regionalverkehr Kosten zu sparen. Ein großer Teil der Konzernpiloten fürchtet aber, dass das Management über den Umweg Cityline die Gehälter bei der sogenannten Lufthansa-Classic absenken will oder gar Arbeitsplätze von Piloten in Gefahr sind.
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