ZEW-Index
Finanz-Experten trauen Aufschwung nicht
Die für den ZEW-Index befragten Finanzanalysten und Investoren erwarten Probleme des wirtschaftlichen Aufschwungs. Der Index sinkt im Februar 2010 erneut. Die Experten bewerten die Aussichten für Konsum und Handel weiterhin eher schwach. Auch der Export kommt schlechter weg als im Vormonat.
Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland sind im Februar 2010 erneut gesunken. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Index gab von 47,2 Punkten im Vormonat auf 45,1 Punkte nach, wie das ZEW in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 41,5 Punkte gerechnet.
Laut ZEW erwarten die befragten Finanzmarktexperten, dass sich auch in den kommenden sechs Monaten die deutsche Konjunktur langsam von der Wirtschaftskrise erholen wird. "Zwar haben wir bei der Wirtschaftskrise das Schlimmste hinter uns, aber die Sorgen über die Arbeitsmarktentwicklung, Staatsverschuldung und den Euro sind nicht geringer geworden", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Möglicherweise werde die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in naher Zukunft auf und ab gehen, womöglich drohe Deutschland "eine Wellblechkonjunktur".
Allerdings blieben die Geschäftsaussichten für Konsum und Handel sowie die Automobilindustrie weiterhin schwach. Auch für die insgesamt besser eingeschätzten exportorientierten Branchen Stahl und Chemie hätten sich die Experten etwas pessimistischer als im Vormonat gezeigt.
"Die Erwartungen dümpeln vor sich hin, allerdings auf ansehnlichem Niveau", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Zwar sei bei der Wirtschaftskrise das Schlimmste überstanden, "aber die Sorgen über die Arbeitsmarktentwicklung, Staatsverschuldung und den Euro sind nicht geringer geworden", sagte Franz.
Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland fällt laut ZEW im Februar leicht besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator sei um 1,8 Punkte auf minus 54,8 Punkte gestiegen. Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutsche Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.
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