Neuwagen
So viel Rabatt erhalten Autokäufer im Internet
Abwrackprämie war gestern: Bei Internetvermittlern erzielen Autokäufer im Schnitt um fünf bis zehn Prozent höhere Rabatte als für die gleichen Modelle beim Händler im Autohaus. Aber auch außerhalb des Internetgeschäfts sind Nachlässe für Neuwagen derzeit hoch – dazu tragen "inoffizielle" Rabatte bei.
Von Nando Sommerfeldt
Vor fünf Monaten fühlte sich Jutta Hofmann-Franck noch als große Gewinnerin. Sie war es, die als letzte von Millionen Deutschen die 2500 Euro Abwrackprämie vom deutschen Staat bekam. "Was für ein Glück", strahlte die Schwäbin, die für kurze Zeit Prominentenstatus erlangte.
Ihre Euphorie dürfte inzwischen verflogen sein. Gut möglich, dass ihr Prämienglück doch nicht allzu groß war. Denn würde sie sich heute - kein halbes Jahr später - ein neues Fahrzeug kaufen, könnte sie womöglich billiger davonkommen. Die Hersteller gewähren derzeit so hohe Rabatte wie noch nie. Der Grund: Die Pkw-Verkäufe in Deutschland sind zu Jahresanfang auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Mit rund 181 500 Neuzulassungen war der Januar der schwächste Auto-Monat seit der Wiedervereinigung.
Die Hersteller müssen sich nun einiges einfallen lassen, um den Kunden zum Kauf zu bewegen. Bei 17 Prozent liegt der durchschnittliche Preisnachlass inzwischen - ohne dass dafür ein Fahrzeug verschrottet werden muss. Laut einer Umfrage des Tankstellenbetreibers Aral rechnet der deutsche Kunde im Autohaus mit einem durchschnittlichen Rabatt von 14 Prozent – deutlich weniger als in Wirklichkeit zu holen ist.
Wer ohnehin über einen baldigen Autokauf nachdenkt, sollte jetzt zuschlagen. Denn ob die Rabattschlacht weitergeht, ist unter den Experten umstritten. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, bekannt für seine monatliche Rabattstudie, rechnet für die kommenden Monate zwar mit weiter steigenden Nachlässen. Zu einer anderen Einschätzung gelangt Joachim Ramelow, Chef der auf die Automobilbranche spezialisierten Unternehmensberatung Marketing Partner.
"Rabattaktionen von mehr als 20 Prozent werden die Hersteller auf Dauer nicht durchhalten." Auch Alexander Beyer vom Internetportal Autohaus24 sieht die Rabattschlacht vorerst auf dem Höhepunkt. Laut Beyer liegt der durchschnittlich gewährte Nachlass bei Autohaus24 momentan bei rund 19 Prozent. "Im Januar lag das Niveau mit 24 Prozent allerdings noch höher."
Fast 20 Prozent Rabatt - das scheint recht attraktiv. Doch bei inoffiziellen Rabatten ist sogar noch mehr drin. "Die Hersteller werden das Instrument der Tageszulassung wieder verstärkt einsetzen", erklärt Unternehmensberater Ramelow. Hintergrund: Immer mehr Hersteller lassen ihre Fahrzeuge aus taktischen Gründen kurzzeitig auf Händler zu. Die Autos zählen dann in der Statistik werbewirksam als Neuzulassung, auch wenn sie anschließend mit kräftigen inoffiziellen Rabatten als Tageszulassung oder Vorführwagen verkauft werden. Inzwischen wird rund jeder fünfte Neuwagen als Hersteller- oder Händlerzulassung an den Mann oder die Frau gebracht.
Eine ganz neue Rolle beim günstigen Autokauf kommt Internet-Vermittlern zu. Anbieter wie autohaus24.de, netcar.de, meinauto.de oder price-optimizer.de vermitteln Autokäufer an deutsche Vertragshändler. Der Kunde kann sich seinen Wunschwagen auf der Internetseite aussuchen und sieht sofort, welche Rabatte der Vermittler aktuell anbietet. Der Interessent erteilt ihm dann einen Vermittlungsauftrag.
Wenig später bekommt der Käufer den Kaufvertrag vom Autohaus zugeschickt, welchen er dann unterschrieben zurückschicken kann. Dann wird der Wagen vom Händler bestellt. Die Zahlung erfolgt erst, wenn der Fahrzeugbrief beim neuen Besitzer ist. Für den Kunden ist dieses Verfahren kostenlos. Die Internetvermittler erhalten ausschließlich vom Händler Provision.
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