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Sanierungsplan

GM streicht bei Opel Tausende Stellen

Der Sanierungsplan steht: General Motors hat bei Bund und Ländern einen Antrag auf milliardenschwere Staatshilfe gestellt, um Opel zu retten. Auch andere EU-Länder sollen zahlen. Gleichzeitig plant der Konzern einen herben Stellenabbau. Allein in Deutschland sollen rund 3900 Arbeitsplätze wegfallen.

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat bei Bund und Ländern Staatshilfen in Milliardenhöhe für die Sanierung seiner deutschen Tochter Opel beantragt. Insgesamt will General Motors in den europäischen Ländern mit Opel-Standorten rund 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen einsammeln. Deutschland soll etwas mehr als die Hälfte dieser Summe beisteuern, insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Den Betrag sollen je zur Hälfte Bund und Länder zahlen, hieß es vonseiten der beteiligten Opel-Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Dem Antrag zufolge will GM für Opel Hilfen aus dem „Deutschlandfonds“ bekommen, den die Bundesregierung in der Krise für notleidende Unternehmen aufgelegt hatte.

Gleichzeitig will Opel in Deutschland 3911 Stellen abbauen. Insgesamt sei in den europäischen Werken ein Stellenabbau von 8300 Arbeitsplätzen geplant. Am stärksten von den deutschen Standorten ist demnach das Werk in Bochum mit 1799 gestrichenen Jobs betroffen.

Opel-Chef Nick Reilly muss allerdings auch einen herben Dämpfer hinnehmen: Der Betriebsrat des Rüsselsheimer Autoherstellers verweigert nach wie vor seine Zustimmung zum millionenschweren Lohnverzicht. „Es gibt im Moment mit uns keine Einigung“, sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz Morgenpost Online.

Auch die Gewerkschaft IG Metall forderte Bund und Länder auf, den Sanierungsplan nicht mit Staatsgeldern zu unterstützen. Es bleibe weiter unklar, wie der Autobauer zukunftsfähig gemacht werden solle, kritisierten die für die Opel-Standorte zuständigen Bezirksleiter der IG Metall, Armin Schild und Oliver Burkhard.

„Wir wollen, dass Opel unterstützt wird, wenn ein entsprechendes Konzept vorliegt“, betonte Schild. „Aber den Plan, den wir kennen, werden wir so nicht unterstützen, insbesondere nicht durch Beiträge der Arbeitnehmer.“ Er sollte auch nicht durch Beiträge des Bundes und der Länder unterstützt werden, ergänzte der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Burkhard.

Beide forderten, das Opel-Management müsse frühere Zusagen einhalten und die Pläne für eine Schließung des Opel-Werks im belgischen Antwerpen wieder zurücknehmen.

Die Beschäftigten des Rüsselsheimer Autobauers sollen nach dem Willen des Managements auf 265 Millionen Euro jährlich verzichten. Dafür fordern sie im Gegenzug eine Beteiligung am Unternehmen, die Umwandlung Opels in eine Aktiengesellschaft sowie ein Mitspracherecht bei Werksschließungen und -verlagerungen sowie Stellenabbau.

Ob und wann es eine Einigung geben wird, ist offen. „Es sind keine Gesprächstermine derzeit vereinbart“, sagte Franz weiter. Der Lohnverzicht ist wesentlicher Bestandteil des Zukunftsplans von Opel, den Reilly heute in Frankfurt am Main vorstellt.



Erschienen am 09.02.2010

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