Öffentlicher Dienst
Warnstreiks für fünf Prozent mehr Gehalt
Donnerstag, 11. Februar 2010 20:27Mitarbeiter des öffentlichen Diensts in Deutschland machen mit Warnstreiks Druck. Wegen des Arbeitskampfes an zwei Flughäfen fallen mehrere Flüge aus. Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe sorgen mit Arbeitsniederlegungen bei der U-Bahn für Verspätungen im Nahverkehr.

Nach Angaben eines Ver.di-Vertreters sind rund 4500 Menschen bei der Flughafen München GmbH beschäftigt, davon 1900 in der Abfertigung. Bis zwölf Uhr sind sie zum Warnstreik aufgerufen. Am Flughafen Nürnberg sollten die Beschäftigten der Flughafen Nürnberg GmbH und der AirPart GmbH zwischen sechs und acht Uhr morgens in den Ausstand treten.
Zunächst waren die Verhandlungen in Potsdam ergebnislos vertagt worden, am 10. Februar sollen sie weitergehen. Während der neuen Gespräche soll es zunächst keine weiteren Warnstreiks geben, kündigten die Gewerkschaften an.
Warnstreiks von Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sorgten am Morgen „für eine spürbare Taktausdünnung“. Dies sagte der stellvertretende Vorsitzende der dbb tarifunion, Thomas Gelling, die ihre Mitglieder zu dem Streik aufgerufen hatte.
Im Streiklokal am Ostbahnhof hätten sich etwa hundert Warnstreikende eingefunden. Nach Angaben der Zentralen BVG-Leitstelle gab es bei den U-Bahnen Verspätungen. Alle Strecken seien aber bedient worden, Straßenbahnen und Busse fuhren fast wie normal.
Die dbb Tarifunion hatte ihre Mitarbeiter aufgerufen, von drei Uhr an ihre Arbeit niederzulegen. Der Ausstand soll bis zum Nachmittag dauern. Die Gewerkschaft Ver.di, die deutlich mehr Mitglieder unter den 12.000 BVG-Beschäftigten hat, rief nicht zum Warnstreik auf.
Die BVG-Mitarbeiter unterliegen einem eigenen Tarifvertrag, der unabhängig von dem der Landesbediensteten ist und der derzeit neu verhandelt wird. Die Tarifverhandlungen sollen am 18. Februar fortgesetzt werden. Die Gewerkschaften fordern wie im öffentlichen Dienst fünf Prozent mehr Geld. Die BVG hat bisher trotz drei Verhandlungsrunden 2009 noch kein Angebot vorgelegt. dpa/ohtErschienen am 09.02.2010
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