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10.02.10

Wall Street

US-Börsen im Minus, Bernankes Worte belastet

Die US-Börsen haben am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt im Minus geschlossen. US-Notenbankchef Ben Bernanke verunsicherte die Anleger mit seinem Szenario für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik des extrem billigen Geldes. Der Dax hatte zuvor noch deutlich zugelegt.

© dpa
Wall Street in New York

Die Federal Reserve könnte ihre Konjunktur-Stimulation zunächst durch ein Abschöpfen von Liquidität und anschließend mit Zinserhöhungen beenden, erklärte Bernanke und schürte mit seiner bisher konkretesten Schilderung einer Exit-Strategie Sorgen um die Wirtschaftserholung. Neue Berichte über europäische Rettungspläne für das finanziell angeschlagene Griechenland ließen die Indizes vorübergehend ins Plus drehen. Der Handel blieb dünn, weil manche Börsianer wegen des heftigen Schneesturms zu Hause blieben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.085 und einem Tief von 9962 Zählern. Er ging 0,2 Prozent leichter bei 10.038 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,2 Prozent und zwar auf 1068 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,1 Prozent ein und schloss bei 2147 Zählern. In Frankfurt gewann der Dax dagegen 0,7 Prozent auf 5536 Punkte.

Derzeit benötige die US-Wirtschaft noch die extrem lockere Geldpolitik, erklärte Bernanke einem am Mittwoch veröffentlichten Redetext für eine Ausschuss-Anhörung zufolge. Aber irgendwann werde die Federal Reserve die Zügel wieder straffen müssen. Die Börsianer beunruhige die Frage, was der nächste Schritt der Fed sein könnte, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets. "Sie fragen sich, wie der Markt auf eine geringere Liquiditäts-Unterstützung der Fed reagiert."

Die Aussicht auf Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland hatte dem Dow Jones am Dienstag zum größten Tagesgewinn seit drei Monaten verholfen. Am Mittwoch schien ein Rettungsplan zeitweise fraglich, doch die Anleger schöpten Hoffnung aus einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Monde". Die Bemühungen um ein Rettungspaket könnten noch im Lauf des Tages abgeschlossen werden, berichtete das Blatt einen Tag vor dem EU-Gipfel. Dann wollten Frankreich und Deutschland eine Strategie vorstellen. "Die große Story ist der Rettungsplan, der von Deutschland und den europäischen Partnern in Erwägung gezogen wird", sagte Peter Cardillo von Avalon Partners.

Auf Unternehmensseite brachen die Aktien des drittgrößten US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel knapp acht Prozent ein. Der Rivale von T-Mobile USA dämmte seinen Verlust zum Jahresende zwar ein, verfehlte mit einem Umsatzrückgang von sieben Prozent aber die Erwartungen der Experten.

Einen Kurssprung von fast elf Prozent auf 482,13 Dollar verzeichneten dagegen die Aktien des chinesischen Suchmaschinenbetreibers Baidu. Der Google-Rivale gab einen starken Ausblick und erklärte, von dem angedrohten Rückzug des US-Branchenprimus aus der Volksrepublik zu profitieren. Google-Papiere gaben 0,4 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 1500 Werte legten zu, 1497 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa zwei Milliarden Aktien 1281 Titel im Plus,1310 im Minus und 150 unverändert.

Quelle: Reuters/lw
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