Autobauer
GM verkauft Saab an den Sportwagenbauer Spyker
Mittwoch, 17. Februar 2010 12:08 - Von Nikolaus DollEin wochenlanger Krimi ist beendet. Der schwedische Autohersteller Saab ist gerettet. Er wird vom Sportwagenbauer Spyker übernommen. Der Kaufpreis liegt bei rund 380 Millionen Euro und wird durch einen Kredit der EIB gesichert. Saab bleibt auch nach dem Verkauf mit General Motors eng verflochten.

Nach wochenlanger Zitterpartie haben sich General Motors (GM) und der niederländischen Sportwagenhersteller Spyker auf einen Verkauf von Saab geeinigt. „GM und Spyker haben darüber heute eine verbindliche Vereinbarung betroffen“, teilten beide Seiten mit. Die Niederländer übernehmen den schwedischen Autobauer und gründen ein neues Unternehmen mit dem Namen „Saab Spyker Automobiles“.
„Die heutige Vereinbarung ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter von Saab, die Händler, Zulieferer und für die vielen Kunden und Fans der Marke weltweit“, sagte GM-Vizechef John Smith. Die Übereinkunft werde „eine nachhaltige Zukunft für diese einzigartige Auto-Ikone sichern“. Über weitere Details zur Zukunft von Saab machte GM keine Angaben. Das Geschäft soll Mitte Februar abgeschlossen werden.
Dem Abschluss des Verkaufs war ein tagelanger Krimi um Saab vorausgegangen. Dienstagmittag hatte die Börse in Amsterdam den Handel mit Spyker-Aktien ausgesetzt. Gerüchte um die bevorstehende Saab-Übernahme durch die Niederländer hatten den Kurs des Sportwagenbauers kräftig nach oben getrieben, zeitweise legte er knapp 77 Prozent zu. Um weitere massive Ausschläge der Spyker-Papiere zu vermeiden, hatte die Börse den Handel mit Aktien des Sportwagenbauers vorerst gestoppt.
Am Montag hatte GM-Chef Ed Whitacre von „fortgeschrittenen Gesprächen“ mit Spyker berichtet. Er machte aber gleichzeitig klar, dass sich beide Seiten schnell einigen müssten. Sonst wolle er Saab wie geplant abwickeln. Schwedische Medien hatten bereits berichtet, der Verkauf von Saab sei perfekt. „Gerettet – Spyker kauft Saab“, titelte beispielsweise die schwedische „Dagens Industri“ am Montag.Die Meldung war umgehend dementiert worden. „Es gibt keine Absprache darüber, dass General Motors Saab an Spyker verkauft“, so GM-Verwaltungsratschef Ed Whitacre. Zuvor hatte „Dagens Industri“ gemeldet, dass General Motors ein dreimal nachgebessertes Angebot von Spyker schließlich akzeptiert und einen vorläufigen Vertrag abgeschlossen habe.
GM hatte erstmals im Dezember 2008 angekündigt, Saab verkaufen zu wollen. Saab schrieb in seiner 20 Jahre langen Geschichte als GM-Tochter fast durchgängig Verluste und rutschte im vergangenen Jahr wie die Mutter in die Insolvenz. Ein Abschluss mit dem schwedischen Luxus- und Sportwagenhersteller Koenigsegg scheiterte im vergangenen Jahr. Zuletzt hatte sich eine Investorengruppe um Formel-1-Boss Bernie Ecclestone für Saab interessiert, ein Angebot aber am Montag zurückgezogen. Damit standen für eine Übernahme theoretisch nur noch der schon länger interessierte Sportwagenbauer Spyker und eine Investorengruppe um den ehemaligen MAN-Chef Hakan Samuelsson zur Verfügung.
Nach Saab hat sich der GM-Konzern damit von den Marken Pontiac, Saturn und Hummer getrennt. „Saab wird aber auch künftig mit GM verbunden bleiben, beispielsweise beim Austausch von Technologie und der Entwicklung von Fahrzeugen“, sagte ein Manager der schwedischen Autobauers Morgenpost Online.Erschienen am 26.01.2010
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