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21.01.10

General Motors

Deutsche Opel-Werke sind gerettet

Opel-Chef Nick Reilly hat die Sanierungspläne bestätigt. So wird die Fertigungskapazität um 20 Prozent gekürzt. Dazu wird das Werk in Antwerpen aufgegeben, die deutschen Standorte bleiben erhalten. Und die Belegschaft kann aufatmen. Es werden nicht so viele Stellen abgebaut, wie bislang vermutet.

© dpa
Nick Reilly verkündet Sanierungsplan
Opel-Chef Nick Reilly verkündet Sanierung: Antwerpen wird geschlossen, deutsche Standort bleiben

Die vier deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern sind offenbar gerettet. Allerdings wird das Opel-Werk im belgischen Antwerpen mit mehr als 2600 Beschäftigten noch in diesem Jahr geschlossen, wie der vom US-Mutterkonzern General Motors (GM) mit der Sanierung beauftragte neue Opel-Chef Nick Reilly sagte. Weitere Werksschließungen seien nicht zu erwarten. Allerdings würden alle Standorte die Sanierung zu spüren bekommen, allein in Deutschland sollen 4000 der etwa 25 000 Stellen wegfallen. Bisher ist man von einem Jobabbau von 5400 Stellen in Deutschland ausgegangen.

Die Produktion in Antwerpen, wo Opel den Astra baut, soll voraussichtlich zur Jahresmitte eingestellt werden. 2009 wurden dort fast 90.000 Autos produziert. In dem 1924 gegründeten Werk wurden bislang mehr als 13 Millionen Autos produziert, darunter neben dem Astra die Opel-Modelle Manta, Ascona, Kadett und Vectra. Die Produktion des Astra soll künftig in Bochum erfolgen.

Die weltweite Wirtschaftskrise habe zu einem erheblichen Abschwung in der Autoindustrie geführt, begründete Reilly die Entscheidung. Der westeuropäische Fahrzeugmarkt werde 2010 wahrscheinlich 1,5 Millionen Autos weniger umfassen als 2009 und rund vier Millionen Fahrzeuge weniger als auf seinem Höhepunkt im Jahr 2007. Mit einer Erholung sei zunächst nicht zu rechnen. Um die Existenz des Unternehmens zu sichern, müsse Opel daher die Kapazitäten um rund 20 Prozent reduzieren. Zu den Kosten der geplanten Werksschließung äußerte sich Reilly nicht.

Doch auch andere Standorte von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sollen die Sanierung zu spüren bekommen. "Es ist zu erwarten, dass der vollständige Restrukturierungsplan bei seiner Umsetzung alle Opel- und Vauxhall- Werke und Einrichtungen beeinflusst", heißt es weiter in einer Mitteilung. "Das können unterschiedliche Maßnahmen wie Kapazitätsreduktionen, Arbeitsplatzabbau oder Arbeitskostenreduzierungen sein". Weitere Details dazu werde GM "in Kürze" bekanntgeben.

Insgesamt sieht Opel für die Restrukturierung sowie notwendige Zukunftsinvestitionen früheren Angaben zufolge einen Finanzbedarf von 3,3 Milliarden Euro. Einen Teil davon will GM selbst aufbringen, der Rest soll von den europäischen Ländern mit Opel/Vauxhall-Standorten kommen. Insgesamt sollen von den europaweit 48.000 Arbeitsplätzen 8300 wegfallen. Die mehr als 2600 Stellen in Antwerpen entsprechen also einem Anteil von fünf Prozent. Die Arbeitnehmervertreter um den Konzernbetriebsratschef Klaus Franz hatten mehrfach klargemacht, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht hinzunehmen.

Quelle: ddp/woz
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