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06.01.10

Energiekosten

So treibt extreme Kälte den Heizölpreis hoch

Bei minus zehn Grad Celsius, wie derzeit in Deutschland, steigt der Verbrauch von Heizöl etwa um das Doppelte. Und der Mehrverbrauch bei strengem Dauerfrost zehrt an den Vorräten. Experten befürchten deutlich längere Lieferzeiten und verweisen auf steigende Preise – von denen Anleger mit profitieren.

© dpa
Anleger können von den wahrscheinlich steigenden Heizölpreisen profitieren.

Wer Anfang Dezember noch beruhigt die Restbestände in seinen Heizöltanks überprüft hat, könnte dieser Tage beim Blick auf die Messuhr eventuell schon etwas nervöser werden. Denn die Kältewelle, die weite Teile Deutschlands erfasst hat und deren Ende nicht abzusehen ist, könnte so manche allzu leichtfertige Hochrechnung zunichte machen: Bei strengem Frost von Minus zehn Grad etwa, wie er derzeit hierzulande beinahe an der Tagesordnung ist, steigt der Verbrauch des wärmenden Elixiers ungefähr auf das Doppelte an.

Pech für viele, die nicht mehr rechtzeitig vor Wintereinbruch ihre Tanks so ausreichend befüllt haben, dass sie den aktuellen Entwicklungen gelassen zusehen könnten. Denn der Ölpreis steigt seit Wochen, und in seinem Gefolge wird auch Heizöl immer teurer. Im Bundesdurchschnitt zahlen Haushalte mittlerweile wieder rund 620 Euro für 1000 Liter Standard-Heizöl. Das ist zwar deutlich weniger als im Sommer 2008, als für dieselbe Menge knapp 1000 Euro fällig wurden. Doch im Frühjahr 2009 kosteten 1000 Liter lediglich 430 Euro.

Dabei ist der strenge Winter, der neben Europa auch die USA im Griff hat, nur ein Teilaspekt bei der neuerlichen Rallye, die den Heizölpreis allein seit Mitte Dezember um rund zehn Prozent in die Höhe und damit auf den Jahreshöchststand aus 2009 getrieben hat – und die Phantasien der Privatanleger ebenfalls beflügelt.

In Folge der Kälte deutet sich nun auch noch ein Anstieg der Transportprämien an, was den begehrten Stoff zusätzlich verteuert. Grund: In dem Maße, wie bei weiter strengem Frost die Wasserstraßen zufrieren, müsste der Transport dann per Bahn erfolgen, was mit deutlich höherem Aufwand verbunden ist. Ebenfalls unabhängig vom Rohölpreis ist eine weitere Entwicklung, auf die die Experten des Verbraucherportals Heizöl24.de aufmerksam machen: Auch die hohe Inlandsnachfrage unterstütze das Preisniveau, argumentieren sie.

So bewegten sich die Lieferfristen der Händler zurzeit im für die Jahreszeit üblichen Rahmen von ein bis zwei Wochen. In den nächsten Wochen sei allerdings mit einer raschen Änderung der Nachfragesituation zu rechnen.

Einziger Trost für die Verbraucher ist derzeit, dass der schwache Dollar den Preisanstieg etwas abgefedert hat. Und eine Möglichkeit, wenigstens noch ein paar weitere Euro zu sparen, ist der gruppenweise Einkauf von Mengen um die 2000 Liter mit Nachbarn oder Freunden im näheren Umkreis. Wer mehr braucht, fährt unter Umständen allein schon wieder besser.

Aber auch beim Gas dürfte es für viele Kunden teurer werden, obwohl die Preise am freien Markt weiter niedrig sind. Doch die meisten Anbieter sind an langfristige Lieferverträge gebunden, und deren Konditionen sind wiederum in den meisten Fällen an den Ölpreis gekoppelt. Sie zeichnen die Preisbewegungen am Ölmarkt mit einer Verzögerung von sechs Monaten nach. Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentralen, rechnet daher mit einem Anstieg der Gaspreise in den kommenden Monaten um rund 15 Prozent.

Dennoch: Ganz ausgeliefert sind auch Gaskunden der unheilvollen Entwicklung nicht mehr. Denn jene Anbieter, die nicht an langfristige Lieferverträge gebunden sind und ihr Gas auf dem freien Markt beziehen, könnten Gas inzwischen günstiger kaufen und diesen Preisvorteil weitergeben, betont der Verbraucherschützer.

Für den Verbraucher heißt das: die verfügbaren Tarife vergleichen, etwa über Internetportale wie verivox.de oder check24.de, und gegebenenfalls die Konsequenzen ziehen und den Anbieter wechseln.

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